Eishockey

Eisbären-Neuzugänge müssen sich noch steigern

Die neuen Spieler der Eisbären beeinflussen das Team noch nicht genug, um es zu verbessern gegenüber der Vorsaison.

Brendan Ranford (r.) macht sich lang, um an den Puck zu kommen.

Brendan Ranford (r.) macht sich lang, um an den Puck zu kommen.

Foto: Matthias Balk / dpa

Berlin. Ein Spiel noch, dann ist erst einmal Ruhe. Für viele Profis des EHC Eisbären stellt das eine verlockende Aussicht dar, mussten sie doch wegen der personellen Engpässe schon in der ersten Saisonphase der Deutschen Eishockey Liga (DEL) sehr viel Kraft investieren. In der Partie gegen den Tabellenletzten Schwenningen stehen die Berliner vor der Länderspielpause noch einmal in der Pflicht, um den Abstand auf Platz vier nicht größer werden zu lassen (14 Uhr, Mercedes-Benz Arena). Ein guter Zeitpunkt also, mal genauer auf die neuen Spieler der Eisbären zu schauen. Sechs waren es zu Saisonbeginn, doch Stürmer Jason Jaspers wurde mangels Perspektive nach Wolfsburg weitergereicht. Bleiben fünf übrig.

Kevin Poulin (28): Kürzlich schaute der frühere Erfolgstorhüter Rob Zepp beim EHC vorbei und sah dabei auch die jetzige Nummer eins im Einsatz. „Er ist ein sehr guter Torwart, an dem die Eisbären noch viel Freude haben werden“, sagte Zepp. Der Kanadier, erst kurz nach Saisonstart gekommen, ist ein Glücksgriff. Mit 94,47 Prozent weist er die beste Fangquote der Liga auf, sein Gegentorschnitt von 1,79 ist der zweitbeste. Poulin glänzt mit Reflexen, enormer Beweglichkeit. „Er rettet uns brutal viele Punkte“, sagt Stürmer Martin Buchwieser. So ein Torwart kann sein Team zum Titel führen.

Florian Kettemer (32): Die Eisbären holten ihn aus dem Ruhestand – und er spielt fast wie ein junger Gott. Fünf Treffer erzielte der Verteidiger in den ersten 16 Partien, nie in seiner Karriere gelangen ihm mehr Tore in einer Saison. Was daran liegt, dass seine Rolle deutlich offensiver ausgelegt ist als an anderen Stationen. Ab und zu unterlaufen ihm allerdings auch Fehler, die zu Gegentoren führen. Ende November läuft der Vertrag aus, eine Verlängerung sollte bald erfolgen.

Mark Cundari (28): Erst die Verletzung von Torjäger Jamie MacQueen eröffnete ihm einen Platz im Kader. Zuvor war der Verteidiger der überzählige Ausländer. „Er hatte einen schwachen Start, nimmt nun aber Fahrt auf“, sagt Trainer Clément Jodoin. Zwei Treffer und vier Vorlagen in den jüngsten Partien zeugen von seiner Steigerung. Das macht es interessant, wenn alle Ausländer wieder gesund sind und Jodoin vor der Entscheidung steht, einen draußen lassen zu müssen.

Brendan Ranford (26): Der bullige Angreifer ackert viel, schont sich nie. Fünf Treffer sind eine ordentliche Bilanz. Gemeinsam mit Colin Smith befindet er sich auf seiner ersten Station in Europa, was gewöhnlich immer erst eine Phase der Eingewöhnung erfordert. Dafür liegt der Stürmer im Soll.

Colin Smith (25): Schon früher spielte er mit Ranford zusammen, das hilft beiden, sich in der neuen Umgebung einzuleben. Smith ist für das feinere Spiel zuständig in dem Duo, gibt mehr Vorlagen, sechs bislang bei zwei Toren. „Sie machen einen anständigen Job“, so Jodoin. Körperlich sind die kleinen Angreifer öfter im Nachteil, das müssen sie über Tempo kompensieren.

Fazit: Die Eisbären können mit ihren Verpflichtungen zufrieden sein. Poulin sticht heraus, vor allem von Cundari, Smith und Ranford braucht es noch etwas mehr, um die Mannschaft auf ein Niveau zu heben, das über dem der Vizemeister-Saison liegt.