Eishockey

Kein Geschenk für den Chef: Eisbären unterliegen Ingolstadt

Dem Eröffnungs-Wochenende des Mercedes Platzes bleibt das große Finale vorenthalten, weil die Eisbären unglücklich 1:3 verlieren.

Colin Smith (M.) mit einem der vielen Versuche der Eisbären

Colin Smith (M.) mit einem der vielen Versuche der Eisbären

Foto: nordphoto / Engler / imago/Nordphoto

Berlin.  Mehrere Gruppen bildeten sich im Kabinengang der Mercedes-Benz Arena. Auf der einen Seite lehnten frühere Mitspieler an der Wand und erzählten ein bisschen. Auf der anderen Seite trafen sich zwei Brüder nach längerer Zeit wieder. Weiter hinten wertete ein ehemaliger Torhüter die aktuelle Arbeit seines einstigen Kollgen aus. Eishockey bringt die Menschen zusammen, selbst wenn sie unterschiedliche Ziele verfolgen. Letzteres machte die eine Hälfte in diesen Grüppchen zu Verlierern, die andere zu Gewinnern. Obwohl man niemandem ansah, wer nun was war.

So ganz passte die traute Eintracht aber nicht zum Thema des Wochenendes. Am Sonnabend war der Mercedes Platz vor der Arena samt umliegendem Entertainment-Ensemble feierlich eröffnet worden. Selbst Philip F. Anschutz, der Milliardär aus den USA, dessen Firma das Gebiet zwischen Warschauer Straße und Ostbahnhof erschlossen hat und dem sowohl die Arena als auch der EHC Eisbären gehören, war nach Berlin gekommen. Und er schaute sich natürlich am Sonntag gleich noch das Spiel seiner Mannschaft gegen den ERC Ingolstadt an. Das passiert nur sehr selten, insofern war es ein wenig unglücklich, dass die Eisbären gegen Ingolstadt verloren. Vor 13.216 Zuschauern unterlagen sie am elften Spieltag der Deutschen Eishockey Liga 1:3 (0:1, 1:1, 0:1).

Erste Niederlage mit Poulin im Tor

Die kleine Serie der Berliner ist damit gerissen, nach drei Siegen (wettbewerbsübergreifend sogar vier) verloren sie erstmals wieder. Erstmals musste auch Torhüter Kevin Poulin im sechsten Einsatz das Gefühl der Niederlage erfahren. Obwohl er wieder großartig gehalten und seinem Team die Chance zum Sieg gegeben hatte. „Das Ergebnis hätte heute in beide Richtungen gehen können“, sagte Trainer Clément Jodoin, der trotz des Resultats nicht unzufrieden wirkte.

Als besorgt war sein Gemütszustand eher zu beschreiben. Denn zu den vier Langzeitverletzten kamen plötzlich noch drei kurzfristige Ausfälle hinzu. Und mit Knöchelproblemen droht bei Jamie MacQueen das nächste Problem. „Wir haben fast keine Leute mehr“, so Jodoin, der mit den notdürftig eingesetzten jungen Spielern zufrieden war.

Kompakte Defensive steht im Weg

Angesichts der Situation trat das Team gegen Ingolstadt weitgehend gut auf, etwas zögerlich im ersten, energischer im zweiten und wild entschlossen im dritten Drittel. Der Rückstand, David Elsner (12.) und Brett Olson (36.) hatten für Ingolstadt getroffen, ließ sich trotz des Anschlusstores in Überzahl von Daniel Richmond (38.) nicht mehr kompensieren. „Es war ein gutes Spiel von beiden Seiten“, sagte Jodoin, dessen Mannschaft einige Schwierigkeiten mit der kompakten Defensive der Oberbayern hatte, die durch Jerry D’Amigo noch zum dritten Tor kamen, als Poulin dort nicht mehr drinstand (60.).

Schlimmer als das Ergebnis ist für den Trainer, dass die Berliner am Dienstag nach Weißrussland müssen, um dort das letzte, unbedeutende Gruppenspiel in der Champions League zu absolvieren.