Champions Hockey League

Eisbären kassieren gegen Brno den nächsten Dämpfer

Beim 2:3 im zweiten CHL-Spiel stimmt bei den Berlinern weder der Spielaufbau noch das Positionsspiel. Hoffnung gibt es dennoch.

Foto: Gregor Fischer / dpa

Berlin.  Der Gang verriet die Gemütslage. Bedächtig bewegten sich die Spieler des EHC Eisbären in die Kabine, den Kopf gesenkt, die Lippen zusammengepresst, den Schläger fest im Griff. Immer bereit, das Gerät bei nächster Gelegenheit irgendwo dagegen zu dreschen. Im krassen Gegensatz stand damit die Verfassung der Berliner zu derjenigen vom Beginn des Wochenendes. Voller Vorfreude und mit hohen Ambitionen waren die Eishockeyprofis in die ersten Pflichtspiele der Saison gegangen. Nach den beiden Gruppenpartien zum Auftakt der Champions Hockey League (CHL) ist die Freude verflogen, die Hoffnungen auf große Taten sind arg gedämpft. Beide Heimpartien verloren die Berliner, nach dem 3:5 am Freitag gegen Zug unterlagen die Eisbären am Sonntag im Wellblechpalast auch Kometa Brno. Vor 3030 Zuschauern verloren sie 2:3 (0:0, 1:3, 1:0).

Noch haben die Berliner eine Chance aufs Weiterkommen

Noch ist trotzdem nicht alles vorbei für die Mannschaft von Trainer Clément Jodoin in der Gruppe D, obwohl die Eisbären Vierter und Letzter sind. Denn Brnos etwas überraschende Niederlage bei Neman Grodno/Weißrussland am Freitag (2:4) lässt den Abstand auf Platz zwei, der zum Einzug in die nächste Runde notwendig ist, mit drei Punkten erträglich erscheinen. Allerdings hat sich der Schwierigkeitsgrad für die Berliner mit nun noch drei Auswärtspartien, zwei davon am kommenden Wochenende in Zug und Brno, und lediglich einem Heimspiel deutlich erhöht.

Der Spielraum für Fehler auf dem Eis hat sich damit noch einmal verringert. Erschien die Niederlage gegen Zug mit weniger Strafzeiten vermeidbar, so unnötig wirkte gegen den tschechischen Meister manche Nachlässigkeit der Eisbären im Spielaufbau und das teils schwache Positionsspiel vor dem eigenen Tor. Bei den drei Treffern von Brno durch Martin Docekal (25.), Jan Hruska (31.) und Karel Plasek (36.) kam es jeweils zu 2:1-Situationen vor dem Tor von Maximilian Franzreb. „Die meiste Zeit waren wir die bessere Mannschaft, haben dann aber die blöden Fehler gemacht“, sagte der Torhüter.

Zwar zeigten die Berliner von Beginn an viel Engagement, allerdings glichen viele Angriffe eher einem kopflosen Anrennen, als dass sie durchdachten Spielzügen folgten. Hinzu kam, dass die Eisbären häufig glücklos agierten. Eine Reihe von Chancen verpasste knapp das Ziel, erst in der 40. Spielminute konnte Martin Buchwieser mit dem Treffer zum 1:3 für ein Erfolgserlebnis sorgen. Colin Smith traf sogar zum Anschluss (54.) und brachte noch einmal Spannung in die Partie.

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