Eishockey

Eisbären-Trainer verdonnert Profis zu mehr Fairness

Ein Heimsieg in der Champions-League ist heute schon Pflicht.

Eisbären-Trainer Clément Jodoin will am Sonntag mit den Eisbären im Wellblechpalast gewinnen.

Eisbären-Trainer Clément Jodoin will am Sonntag mit den Eisbären im Wellblechpalast gewinnen.

Foto: Gregor Fischer / dpa

Berlin.  Das Objekt der Begierde stand direkt hinter der Bande, gar nicht weit von der Kabine der Eisbären entfernt. Die Berliner hatten den Siegerpokal der Champions Hockey League (CHL) im Auftaktspiel gegen den EV Zug also stets gut im Blick, was eigentlich Motivation genug hätte sein sollen, das Spiel zu gewinnen. Doch nach der 3:5-Niederlage am Freitagabend bleibt stattdessen die Erkenntnis, dass die Berliner der Trophäe in dieser CHL-Saison vielleicht nicht nochmal so nah kommen.

Am Sonntag (17 Uhr, Wellblechpalast, Livestream auf Sport1.de) steht der EHC gegen den tschechischen Meister HC Kometa Brno jedenfalls schon mit dem Rücken zur Wand. Es ist zwar erst das zweite Spiel der Gruppenphase, doch eine weitere Heimpleite können sich die Berliner nicht erlauben, wenn sie das Achtelfinale erreichen wollen. Brno hat das erste Spiel mit 2:4 gegen Neman Grodno (Weißrussland) ebenfalls verloren.

Schläger gehört aufs Eis, nicht in die Luft

„Wenn wir weiterkommen wollen, müssen wir zu Hause die Punkte holen“, sagte Stürmer Marcel Noebels. Das gelang gegen den EV Zug nicht, weil sich die Eisbären mit zu vielen Strafzeiten selbst das Leben schwer machten. „Das war dumm. Mit einem Mann weniger ist es schwer, ein solches Spiel zu gewinnen“, so Noebels. Anfangs waren die Berliner noch die bessere Mannschaft gewesen; sie ließen die Scheibe gut laufen, vor allem auch in Überzahl – in der vergangenen Saison nicht gerade die Stärke des Teams. „Das Tempo war unglaublich hoch, wie in einem Play-off-Spiel“, meinte Trainer Clément Jodoin. Nach Noebels‘ Treffer zum 3:1 schien Anfang des zweiten Drittels alles auf einen Heimsieg hinauszulaufen.

Aber dann kamen die Strafzeiten. Mit drei Powerplay-Toren gelang es den Gästen, das Spiel zu drehen. „Damit haben wir uns selbst ins Bein geschossen“, sagte Marcel Noebels. Trainer Jodoin hatte schon in der Vorbereitung auf das Problem hingewiesen, als die Eisbären ebenfalls oft auf der Strafbank saßen, aber letztlich trotzdem alle ihre Testspiele gewinnen konnten. „Ich habe der Mannschaft gesagt: Eines Tages wird euch das zum Verhängnis werden. Und genau das ist passiert“, sagte Jodoin. Besonders ärgerte er sich über die Strafen, bei denen der Schläger eines Berliners involviert war: „Der Schläger ist eine Waffe, die auf das Eis gehört, nicht in die Luft.“ Das sollten die Eisbären am Sonntag gegen Brno beherzigen. Ansonsten gerät der CHL-Pokal schon heute außer Reichweite.

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