Eishockey

Jaspers lässt sich vom Alter nicht bremsen

Mit 37 Jahren will es der Eishockeyprofi noch einmal wissen und lässt sich bei den Eisbären auf eine kurze Probezeit ein.

Jason Jaspers war zuletzt Kapitän in Iserlohn, will nun aber lieber um Titel mitspielen

Jason Jaspers war zuletzt Kapitän in Iserlohn, will nun aber lieber um Titel mitspielen

Foto: Michael Deines/PROMEDIAFOTO / picture alliance / Promediafoto

Einen gewissen Witz hat Jason Jaspers durchaus. Diese Seite an ihm kommt auch sehr schnell zum Vorschein. Er fängt sofort an zu lächeln bei der Frage danach, was ihn nach Berlin treibt. „Ich denke, ich schaffe einfach nicht mehr als drei Jahre in einem Team“, sagt er. Dieses Muster begleitet seine Karriere, seit der Stürmer in der Deuschen Eishockey Liga (DEL) aktiv ist. Drei Jahre Mannheim, inklusive Meistertitel, drei Jahre Köln, drei Jahre Nürnberg, zuletzt drei Jahre Iserlohn.

Nun also ein neues Kapitel, die Eisbären. Vielleicht. Denn zwar trainiert der Deutsch-Kanadier seit Beginn der Vorbereitung mit den Berlinern und hat die Testspiele absolviert. Doch er ist nur auf Probe dabei. Vor allem die vier Spiele in der Champions Hockey League (CHL) gegen Zug und Brno, die vor dem DEL-Start noch stattfinden, werden darüber entscheiden, ob der Angreifer einen Vertrag erhält.

Im ersten Pflichtspiel der Saison am Freitag im Wellblechpalast gegen den EV Zug sammelte Jaspers einige Argumente dafür. Zwar verloren die Berliner 3:5 (1:1, 2:2, 0:2) vor 3525 Zuschauern, doch der Stürmer stand bei den ersten beiden Treffern von Micki DuPont (15.) und Mark Olver (23.) mit auf dem Eis und hatte sogar die Chance zum 4:4 (54.), Marcel Noebels erzielte das dritte EHC-Tor (24.).

Dass der Routinier sich dieser Prozedur überhaupt unterzieht, sagt viel über seinen Charakter aus. Jaspers, immerhin schon 37 Jahre alt, hätte es bequem haben können, er war Kapitän in Iserlohn, sein Vertrag lief bis 2019. Doch er zog es vor, den Kontrakt aufzulösen. „Das war natürlich keine einfache Situation, du gehst nicht einfach so aus einem Vertrag. Doch ich habe nicht mehr viele Jahre auf dem Eis, und ich möchte noch mal Teil von etwas Besonderem sein, einer Meisterschaft“, erzählt Jaspers. Wie die Eisbären vergangene Saison auf dem Weg zur Vize-Meisterschaft auftraten, imponierte ihm. Als die Berliner ihm vor Beginn des Trainingslagers anboten, sich um einen Platz zu bewerben, griff er sofort zu.

Aus seiner Sicht kann er nur gewinnen, selbst wenn es nicht klappt bei den Eisbären. „Im schlimmsten Fall bin ich dann fit“, so Jaspers. Da er einen deutschen Pass besitzt, würde er sicher irgendwo unterkommen. Aber seinen Ambitionen folgend wäre Berlin der beste Platz für ihn, entsprechend engagiert geht er in die CHL-Partien. „Ich möchte demonstrieren, wozu ich in der Lage bin. Die Spiele sind gute Möglichkeiten, sie von mir zu überzeugen“, so der Profi. Seine 17 Tore in der Vorsaison sprechen ebenso für ihn wie seine Erfahrung, sein Führungsfähigkeiten. Jaspers könnte den Kader der Eisbären durchaus bereichern.

Diesen Eindruck hat auch der Sportdirektor in den jüngsten Wochen gewonnen. „Seine Chancen sind gut, er ist gut integriert ins Team, man sieht seine Routine“, sagt Stéphane Richer. Nach den ersten vier CHL-Gruppenspielen will er entscheiden, ob Jaspers mit den Berlinern in die DEL-Saison geht. Eines ist aber bereits jetzt sicher: Selbst wenn der Stürmer einen Vertrag erhält, wird er sein Deutschland-Muster nicht beibehalten können. Drei Jahre werden beim EHC nicht mehr zusammenkommen. Eine Saison würde ihm aber schon genügen.

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