Eishockey

Clément Jodoin wird neuer Trainer der Eisbären

Der bisherige Assistent des EHC tritt die Nachfolge von Krupp an, der den Vizemeister aus Berlin in Richtung Prag verlassen hat.

Clément Jodoin wird Chef an der Berliner Bande

Clément Jodoin wird Chef an der Berliner Bande

Foto: Tobias Hase / picture alliance / dpa

Berlin. Sie sind wieder unterwegs, Peter John Lee und Stéphane Richer reisen gemeinsam. Diesmal befinden sie sich Dänemark. Die Eishockey-Weltmeisterschaft führt den Geschäftsführer des EHC Eisbären und seinen Sportdirektor dorthin. Und wie immer, wenn die zwei bei der WM unterwegs sind, gibt es auch Nachrichten. Offenbar ist die Entscheidung über die Nachfolge von Uwe Krupp als Cheftrainer der Berliner gefallen. Clément Jodoin, der bisherige Assistent, übernimmt den Posten für die kommende Saison.

Zwar beteuern Lee und Richer, dass „noch nichts unterschrieben ist“, aber er sei der Favorit der beiden – und „es sieht gut aus“. Was bedeutet, dass die Unterschrift des 66-jährigen Kanadiers nur noch Formsache sein sollte. Als neuer Assistent wurde zuletzt dessen Landsmann Daniel Naud gehandelt, der bisher in Wolfsburg tätig war. Dazu hieß es aber, dass es viele Bewerbungen, aber noch keine Gespräche gegeben habe.

Viel Anteil am Erfolg

Jodoins Beförderung erscheint logisch, nachdem Krupp (52) sich nach dem Auslaufen seines Vertrags nicht genug umworben fühlte und sich für einen Wechsel zu Sparta Prag entschieden hatte. Auch Jodoin wollte er wohl dorthin mitnehmen, doch der Routinier will es noch einmal als Cheftrainer versuchen. Er kennt das Team, die Spieler schätzen ihn wegen seiner großen Erfahrung. 15 Jahre verbrachte Jodoin in der nordamerikanischen NHL, war für Spielerentwicklung, Videoanalyse und Scouting zuständig.

Sein Wissen wurde zu einem wichtigen Faktor für die Berliner, die ihn vergangenen Sommer verpflichteten. Mit seinem taktischen Verständnis und neuen Trainingsimpulsen trug der viel bei zur Vizemeisterschaft der Eisbären.

Eher ein Mann des Hintergrunds

Als Cheftrainer fungierte Clément Jodoin bislang vor allem im Nachwuchs, ein paar Jahre auch in der zweiten Liga Nordamerikas, der AHL. An sich fühlt er sich im Hintergrund wohler, da die direkte Arbeit an den Fähigkeiten der Spieler, die in hohen Ligen nicht in das Ressort der Cheftrainer fällt, ihm besonders liegt. So entsteht der Eindruck, der Kanadier könnte eher eine Übergangslösung sein, bis sich ein geeigneter Kandidat für ein längerfristiges Engagement als Cheftrainer findet.

Damit hätten die Berliner genug Zeit, sich umzuschauen und wissen das Team derweil in guten Händen. Zunächst haben Lee und Richer in Dänemark aber noch anderes zu tun, sie suchen ein paar Schlüsselspieler für die neue Saison.

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