Eishockey

Der Paradesturm der Eisbären hat Ladehemmung

Laues Lüftchen statt Angriffswirbel: Bei den Eisbären suchen Sean Backman, James Sheppard und Nick Petersen ihre alte Treffsicherheit.

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Berlin.  Sean Backman wollte nichts schönreden. „Es ist frustrierend“, meinte der Eisbären-Stürmer nach der 2:3-Pleite gegen die Augsburger Panther. Erneut war der Amerikaner leer ausgegangen, seit elf Spielen wartet er jetzt schon auf einen Treffer. Sein letztes Tor datiert vom 28. Dezember.

Zu diesem Zeitpunkt hatte er die Torjägerliste der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) angeführt, doch mittlerweile ist er dort auf Rang vier abgerutscht. Und wenn es am Mittwoch eine Szene gab, die Backmans Krise veranschaulichte, dann jene in der 23. Minute, in der James Sheppard und er gemeinsam auf das Augsburger Tor zuliefen. Es war eine Zwei-gegen-eins-Situation, Sheppard passte den Puck herüber, doch anstatt mit ein, zwei schnellen Schritten an seinem Gegenspieler vorbeizuziehen, wie er es noch vor ein paar Wochen getan hätte, hämmerte Backman den Puck über den Kasten.

Trainer Uwe Krupp setzt neue Anreize

Der 31-Jährige ist jedoch nicht der einzige Eisbär, der momentan schwächelt. Die gesamte erste Reihe mit Sheppard, Nick Petersen und ihm tut sich derzeit schwer. Der Berliner Paradesturm hat in den vergangenen zehn Partien lediglich zehn Punkte gesammelt, also nur noch einen pro Spiel – ein deutlicher Rückgang von zuvor 2,8 Punkten pro Einsatz.

Schon gegen Augsburg stellte Trainer Uwe Krupp deshalb die Reihen neu zusammen. Im Schlussdrittel beorderte er Backman zu Mark Olver und Thomas Oppenheimer – für ihn rückte Jamie MacQueen in den ersten Sturm zu Sheppard und Nick Petersen. Es sei Zeit für einen Tapetenwechsel gewesen, so Krupp: „Ich wollte neue Anreize setzen.“

Neujustierung in Kalifornien

Am Freitag beim Spiel in Schwenningen (19.30 Uhr, Telekomsport) könnten die Reihen wieder so aussehen. Für die Eisbären ist es der letzte Auftritt vor der Olympiapause, in der die Berliner nach Kalifornien reisen und dort unter anderem ein Testspiel gegen Ontario Reign bestreiten, den Ex-Klub von Backman. Für ihn kommt die Pause zum richtigen Zeitpunkt. „Ich werde meine Familie und Freude wiedersehen“, sagt er. „Es ist eine gute Gelegenheit, um vor dem Play-off noch einmal die Akkus aufzuladen.“ Schließlich soll der Torfrust ja nicht ewig anhalten.

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