Eishockey

Drei Profis der Eisbären stehen im Olympiakader

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Philip Häfner
Marcel Noebels (l.) und Kölns Christian Ehrhoff reisen beide nach Südkorea

Marcel Noebels (l.) und Kölns Christian Ehrhoff reisen beide nach Südkorea

Foto: Marius Becker / dpa

Die Verteidiger Hördler und Müller sowie Stürmer Noebels wurden von Bundestrainer Sturm für das Turnier in Südkorea nominiert.

Berlin.  Einen Reiseführer über Südkorea hat sich Marcel Noebels noch nicht besorgt. Am 9. Februar beginnen dort in Pyeongchang die olympischen Winterspiele, doch allzu intensiv hatte sich der Stürmer der Eisbären Berlin bislang nicht mit dem Austragungsort beschäftigt. „Ich bin froh, wenn ich den Namen der Stadt vernünftig aussprechen kann“, sagte er. Es gab noch einen Grund für die Zurückhaltung: Zwar war Noebels vergangene Woche von Bundestrainer Marco Sturm in den erweiterten Olympiakader berufen worden, doch das bedeutete noch nicht, dass er am Ende auch wirklich dabei sein würde. Bereits 2017 war er kurz vor den Weltmeisterschaften in Deutschland noch aus dem Aufgebot gestrichen worden.

Dieses Mal klappte es. Am Dienstag bekam Noebels ebenso das Ticket nach Südkorea wie die beiden EHC-Verteidiger Frank Hördler und Jonas Müller. Damit sind wie schon 2010 drei Berliner beim olympischen Eishockeyturnier vertreten. In Vancouver waren es Sven Felski, André Rankel und Travis James Mulock gewesen. 2014 in Sotschi hatte sich Deutschland nicht qualifiziert.

Noebels etwas unerwartet im Team

Beim Deutschland-Cup im Herbst, dem letzten großen Test vor den Winterspielen, hatte Noebels noch zuschauen müssen. Mit starken Leistungen in der Weihnachtszeit konnte er den Bundestrainer aber überzeugen. Jonas Müller stand dagegen schon länger auf dem Zettel von Sturm. Vergangene Woche hatte dieser ihn noch einmal explizit gelobt: Müller sei im Sommer bei den Leistungstests einer der fittesten Spieler gewesen und habe sich auch beim Deutschland-Cup hervorragend präsentiert.

Sturm schätzt solche Spielertypen wie Müller, die unauffällig, aber ohne viele Fehler in der Abwehr für Stabilität sorgen. In der Plus-Minus-Statistik, die das Verhältnis von Toren und Gegentoren anzeigt, bei denen ein Spieler auf dem Eis war, ist er mit einem Wert von +27 aktuell sogar der beste Verteidiger in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL).

Hördler schafft es trotz langer Verletzungspause

Von solchen Werten ist Frank Hördler momentan weit entfernt. Der 32-Jährige hat in dieser Saison aber auch erst in 23 Partien mitgewirkt. Zweieinhalb Monate war er verletzt, mit jedem Tag schienen seine Chancen zu schwinden. Am Ende gab seine Erfahrung den Ausschlag. Sturm sagte mit Blick auf die kurze Vorbereitung: „Ich kann nicht alles auf die Schnelle so erklären, dass es ein Spieler dann im ersten Spiel sofort perfekt umsetzt. Die Jungs, die dabei sind, wissen haargenau, was gespielt wird.“ Zumindest Npebels könnte nun aber noch einen Reiseführer gebrauchen.