Eishockey

Eisbären siegen trotz Minusrekord und Fanprotest

Die Arena war gegen Schwenningen nur knapp über die Hälfte gefüllt, die Anwesenden schwiegen dazu aus Protest. Das hatte einen Grund.

Gegen Schwenningen konnten die Eisbären dreimal jubeln, besonders sehenswert war das Spiel aber nicht

Gegen Schwenningen konnten die Eisbären dreimal jubeln, besonders sehenswert war das Spiel aber nicht

Foto: nordphoto / Straubmeier / picture alliance / nordphoto

Die Eisbären Berlin haben in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) die Tabellenführung zurückerobert. Sie schlugen die Schwenninger Wild Wings am Donnerstag mit 3:1 (1:1, 2:0, 0:0) und zogen damit zumindest für einen Tag wieder am bisherigen Spitzenreiter Nürnberg Ice Tigers vorbei, der allerdings erst heute spielt.

In den ersten zehn Minuten schweigen die Fans

Es war der vierte Sieg in Folge für die Berliner, aber für die Zuschauer hatte der Abend trotz des Erfolgs einen faden Beigeschmack. So sehr sie ihre Mannschaft lieben: Sie wären an diesem Tag lieber woanders gewesen. "Donnerstag is ja nich so knorke" – unter diesem Motto protestierten die nur 8841 Besucher in der Mercedes-Benz-Arena gegen den ungewohnten Spieltermin. An einem Donnerstagabend könnten viele Menschen nicht in die Halle kommen, insbesondere die Auswärtsfans, und darunter leide die Stimmung in der Arena. In den ersten zehn Minuten schwiegen die Fans aus Protest, erst dann feuerten sie ihr Team in gewohnter Lautstärke an.

Das dominierte die Partie gegen den Tabellensiebten; 20 zu 8 lautete die Schussstatistik nach dem Eröffnungsdrittel. Doch das erste Tor machten die Wild Wings: Markus Poukkula erzielte das 0:1 (19.), das Louis-Marc Aubry allerdings nur eine Minute später egalisieren konnte. Ohne den verletzten Kapitän André Rankel (Muskelfaseranriss) war der EHC danach weiter spielbestimmend, Zählbares gelang gegen die bis dahin beste Defensive der Liga aber zunächst nicht. Es dauerte bis zur 35. Spielminute, bis Thomas Oppenheimer eine Vorlage von Florian Busch direkt vor das Tor der Gäste zur Führung verwertete. Der Bann war gebrochen – Mark Olver erhöhte nur 42 Sekunden später auf 3:1. Im Schlussdrittel traf Schwenningens Jussi Timonen noch den Pfosten.

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