K.o.-Runde

Die Eisbären rotieren jetzt ins Glück

Nach kurzer Zwangspause unterstreicht Jamie MacQueen seine Bedeutung für die Eisbären. Das ist nun auch in Straubing notwendig.

Jamie MacQueen trifft zum Auftakt doppelt gegen Straubing

Jamie MacQueen trifft zum Auftakt doppelt gegen Straubing

Foto: imago sport / imago/Mario Stiehl

Berlin.  Die Bewegungen des Torhüters erweckten am Donnerstagmorgen kein Vertrauen. Nur langsam fuhr er Stock- und Fanghand aus, hatte ab und zu auch ein bisschen Mühe, sich auf den Schlittschuhen gut zu halten. Nicht gerade das, was man braucht, um im Pre-Play-off der Deutschen Eishockey Liga (DEL) zu bestehen. Gut also, dass es nicht Petri Vehanen war, der sich da abmühte, sondern Psychologe Markus Flemming, selbst einst Profi, den Stammgoalie des EHC Eisbären vertrat. Vehanen und die meisten anderen sollten abseits des Eises regenerieren nach dem Erfolg im ersten Spiel gegen die Straubing Tigers (3:1).

An der Bande war daher meist mehr los als auf der Spielfläche, wo sich sieben Profis tummelten. Einer der Zuschauer war Jamie MacQueen, er hatte in der ersten Partie gut und erfolgreich gearbeitet, zwei Treffer erzielt und sich damit ein bisschen Ruhe verdient. "Er war da, wo ein Torjäger stehen muss", sagte Straubings Trainer Larry Mitchell speziell zum zweiten Tor, das für die Vorentscheidung sorgte. MacQueen lenkte den vom Torhüter abprallenden Puck ins Netz. "Gute Sachen passieren eben, wenn man mit Druck zum Tor geht", sagt der Stürmer.

Aussetzen als Motivationshilfe

Ein paar Tage zuvor hatte der 28-Jährige noch zuschauen müssen, als die Kollegen spielten. Ohne verletzt zu sein. "Wir haben die Möglichkeit, eine gewisse Rotation zu starten", erläutert Trainer Uwe Krupp. Da fast alle Spieler gesund sind, musste er bei nur neun spielberechtigten Ausländern einen überzähligen Profi auf die Tribüne setzen. Am Freitag beim 5:4 gegen Ingolstadt traf es MacQueen. Gegen Straubing musste nun Angreifer Barry Tallackson aussetzen.

Eine logische Wahl, Tallackson spielt die wohl schwächste Saison seiner Karriere. MacQueen dagegen war in der Hauptrunde in seiner ersten Saison bei den Berlinern viertbester Scorer der Mannschaft mit zehn Toren und 13 Vorlagen. Dass er trotzdem kürzlich noch eine Zwangspause erhielt, ist durchaus auch ein taktisches Mittel, um die Motivation bis aufs Äußerste zu treiben. "Immer, wenn du draußen sitzt, möchtest du mit stärkeren Leistungen zurückkommen", sagt der Kanadier, der aus der zweiten Liga zum EHC kam und daher sehr skeptisch betrachtet wurde vom Umfeld.

Auswärtsserie soll enden

Für Gegner wie Straubing ist MacQueen aber nicht nur wegen der Tore die bessere Wahl als Tallackson. Dem liegt das intensive Körperspiel der Niederbayern nicht. MacQueen als bulliger Typ passt da viel besser rein. "Mac ist die ganze Saison schon gut für uns. Wir sind froh, dass wir ihn haben", sagt Krupp, dessen Team die Tigers unter Druck gesetzt hat. Mit dem nächsten Spiel am Freitag in Straubing kann die Serie schon enden (19.30 Uhr, Sport1).

Dazu müssten die Berliner allerdings ihre enorme Auswärtsschwäche von zwölf Niederlagen in Serie durchbrechen. "Wir waren zuletzt auswärts nicht erfolgreich, haben aber auch nicht immer schlecht gespielt", erzählt MacQueen. Einen Tag früher als gewohnt reisen die Eisbären diesmal an, um sich besser vorbereiten zu können. Auch André Rankel, Micki DuPont (beide bisher verletzt) und Tallackson reisen mit. Die Auswahl könnte für Krupp also vielleicht noch größer werden. Marcel Noebels, der zweite Torschütze der ersten Partie, sagt: "Wir fahren nicht nach Straubing, um am Sonntag noch mal zu spielen." Wenn Vehanen wieder im Tor steht, könnte das vielleicht wirklich vermieden werden.

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