Eishockey

Große Ehrung für Ustorf, aber nur ein Punkt für den EHC

Nach einer emotionalen Ehrung von Eisbären-Legende Stefan Ustorf erleben die EHC-Fans eine bittere Pleite gegen Schlusslicht Krefeld.

Emotionaler Moment: Vor der Niederlage gegen Krefeld wurde das Trikot von Eisbären-Ikone Stefan Ustorf (Mitte) unter das Hallendach der Mercedes-Benz Arena gezogen

Emotionaler Moment: Vor der Niederlage gegen Krefeld wurde das Trikot von Eisbären-Ikone Stefan Ustorf (Mitte) unter das Hallendach der Mercedes-Benz Arena gezogen

Foto: Paul Zinken / dpa

Berlin.  Die alten Helden ziehen noch, könnte man meinen. Denn zum ersten Mal in dieser Saison war die Mercedes-Benz Arena bei einem Spiel des EHC Eisbären ausverkauft. Genau an dem Tag, an dem das Trikot von Stefan Ustorf seinen Platz unter dem Dach der Arena zugewiesen bekam. Als Lohn für acht Jahre im Klub, für acht Jahre als Spieler, als wichtiger Teil eines großen Teams, das viele Meistertitel gewann. 14.200 Zuschauer sahen die Ehrung.

Nur Ustorf erinnert an alte Stärke

Sie sahen aber auch anschließend die Partie der Berliner am 32. Spieltag der Deutschen Eishockey Liga (DEL). Die Mannschaft, die dort auf dem Eis stand, hat nichts mehr gemein mit dem Team, das Ustorf damals anführte. Jetzt ist der ehemalige Stürmer der Sportliche Leiter des Klubs und musste gegen die Krefeld Pinguine, den Tabellenletzten, teilweise erschreckendes Eishockey seiner Spieler ertragen. „Aufwachen“, riefen irgendwann die Fans, die eben noch „Ustorf“ skandiert hatten. Das Team schlief zwar nicht weiter, verlor aber 2:3 (0:1, 0:0, 2:1, 0:1) nach Verlängerung.

Reichlich emotional war die Ustorf-Ehrung, vielleicht auch ein bisschen überdimensioniert. Aber wer will es dem Klub verdenken, sich an den großen Tagen festzuhalten in einer wieder einmal schwierigen Saison. Alte Weggefährten sprachen per Video, hielten Lobreden auf die gute alte Zeit.

Top-Stürmer Olver schmerzlich vermisst

„Seine Stärke war die unheimliche Leidenschaft für diesen Sport“, sagte André Rankel, der aktuelle Kapitän. „Wir wollen euch kämpfen sehen“, riefen die Fans seiner Mannschaft wenig später zu. Die hatte es ohne den Top-Stürmer Darin Olver noch schwerer als ohnehin schon. Sechs Wochen fällt Olver mit einer Innenbandteilruptur aus und ist der vierte Langzeitverletzte.

Es wirkte, als lähmte die Berliner dieser Rückschlag. Nach dem 0:1 durch Daniel Pietta (15.) wurde wenig zusammengearbeitet, jeder laborierte an eigenen Unzulänglichkeiten. Erst spät gelang Sinnvolles – Jamie MacQueen der Ausgleich (48.). Dragan Umicevic stellte den alten Abstand allerdings wieder her (56.). Micki DuPont traf zum 2:2 (59.). In der Verlängerung verwandelte Marcel Müller einen Penaltyschuss (62.) und ließ einen Abend, der schön angefangen hatte, bitter enden.