Eishockey

Eisbären kassieren Heimniederlage gegen Nürnberg

Den Sprung auf den sechsten Platz verpasst: Die Eisbären verlieren ein intensives, aber zerfahrenes Spiel

Die Eisbären gegen die Sabo Ice Tigers

Die Eisbären gegen die Sabo Ice Tigers

Foto: imago sportfotodienst / imago/Nordphoto

Vielleicht mag es bei der Vielzahl der Spiele in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) keinen genauen Punkt geben, an dem Wege plötzlich eine klare Richtung einschlagen. Die Partie der Eisbären gegen die Nürnberg Ice Tigers könnte dennoch so ein Spiel gewesen sein. Mit einem Sieg hätten sich die Berliner auf fünf Zähler an Platz zwei heranpirschen können, sich in der Verfolgergruppe zurückmelden. Die andere Möglichkeit war, mit einer Niederlage den Rückstand auf Nürnberg auf elf Zähler zu vergrößern – und sich damit von den Spitzenplatzierungen zu verabschieden.

Zum ersten Mal weniger als 10.000 Zuschauer in der Arena

Eingetreten ist der zweite Fall. Mit 1:3 (0:1, 1:1, 0:1) unterlagen die Eisbären vor 9690 Zuschauern in der Mercedes-Benz Arena. Zum ersten Mal seit der Eröffnung der 2008 kamen bei einem Liga-Spiel weniger als 10.000 Besucher. Zum ersten Mal wurde aber auch ein Sonntagspiel erst um 19 Uhr angesetzt.

Trainer Uwe Krupp überraschte mit einer Wiedervereinigung beim EHC. Seine Top-Scorer Nicholas Petersen und Darin Olver trennte er, um Olver wieder mit dessen langjährigem Reihenpartner Barry Tallackson auflaufen zu lassen. Die Gefährlichkeit der Berliner erhöhte das nicht. Vielmehr wurde die Effektivität des Duos Petersen/Olver vermisst. Allerdings blieb dieses Treffen der Topscorer, die sechs Besten in Angriff und Abwehr spielten gegeneinander, für die meisten persönlich kein erfolgreicher Abend. Für so eine Versammlung von Punktejägern gab das Spiel erstaunlich wenig Spektakel her. Die Berliner erwischten einen guten Start, doch ihre Aktionen hatten nicht genug Tempo. Die seltenen Angriffe der Gäste erfolgten flüssiger und erzeugten mehr Aufregung. Zumal David Steckel seinen Abpraller im Nachschuss zur Führung verwerten konnte (9.).

Gelegenheit, sich damit nicht abfinden zu müssen, hatten die Berliner genügend. Sie durften oft in Überzahl spielen. Ein Vorteil ist das derzeit jedoch nicht. Gegen Nürnberg demonstrierten die Eisbären ihre Einfallslosigkeit, wenn sie einen Spieler mehr auf dem Eis haben. In manchen Überzahlspielen kamen die Ice Tigers zu besseren Chancen als die Berliner. Doch auch bei gleicher Spieleranzahl galt dies. „Wir müssen schneller aus dem eigenen Drittel herausspielen“, sagte Stürmer Florian Busch, dem der Aufbau seiner Mannschaft zu kompliziert erschein. „Anscheinend sind die anderen momentan besser als wir“, ergänzte Constantin Braun.

Immerhin konnte der Verteidiger nach dem 0:2 durch Leonhard Pföderl (25.) mit einem entschlossenen Schuss schnell den Anschluss herstellen (28.). Um nicht mehr Boden auf Nürnberg zu verlieren, das durch Steven Reinprecht noch den dritten Treffer markierte (60.), erwies sich im letzten Drittel auch die Zusammenführung von Olver und Petersen als zu wenig.