Eishockey

Schwedens Teenies offenbaren Schwäche der DEL-Ausländer

Frölunda lässt in der CHL den Nachwuchs ran, die Eisbären spielen mit allen Importen. Und die DEL denkt über mehr Ausländer nach.

Für Eisbären-Torhüter Petri Vehanen war das Achtelfinale keine lustige Sache

Für Eisbären-Torhüter Petri Vehanen war das Achtelfinale keine lustige Sache

Foto: Britta Pedersen / dpa

Berlin.  Diese Zahlen würden sie beim EHC Eisbären am liebsten schnell vergessen. Zwei Spiele, 2:10 Tore, klarer kann man seine Grenzen nicht aufgezeigt bekommen. Gut, die Frölunda Indians aus Göteborg sind der Titelverteidiger der Champions Hockey League (CHL), sie sind schwedischer Meister – gegen so einen Klub im Achtelfinale des kontinentalen Wettbewerbs auszuscheiden, darf passieren. Die Begleitumstände werfen allerdings Fragen auf.

Nach dem Hinspiel (1:6) war die CHL für den letzten Vertreter der Deutschen Eishockey Liga (DEL) längst erledigt. Da trat Frölunda mit seinem Topteam an und ließ keine Fragen offen. Beim Rückspiel am Dienstag durfte bei den Schweden daher mal die Jugend ran, acht Spieler waren 20 Jahre und vor allem jünger. Einer sogar 16. Ergebnis: 1:4.

Rückspiel zeigt bittere Diskrepanz

Wer genauer auf den Spielberichtsbogen der Berliner schaute, der fand dort zwei Profis, die 20 und jünger waren. In ein paar Tagen wäre es sogar nur einer, weil Jonas Müller bald 21 wird. Wer noch genauer hinsah, konnte feststellen, dass das Team von Trainer Uwe Krupp mit allen neun Importspielern angetreten war. Erfahrenen Spielern, bis auf einen alle aus Nordamerika.

Vor einem aktuellen Hintergrund erhält diese Diskrepanz eine besonders bittere Note. In der DEL wurde Ende Oktober auf einer Gesellschafterversammlung darüber geredet, die Ausländerregelung zu ändern. Neben den neun Importen, die hier auflaufen dürfen, kann jeder Klub zwei weitere Lizenzen vergeben. Diese Profis müssten aber auf der Tribüne sitzen. Nun sollen wieder alle elf spielen dürfen.

Felski kann Diskussion nicht verstehen

„Ich weiß gar nicht, warum man jetzt in diese Richtung will. Das ist doch kontraproduktiv“, sagt Sven Felski, Geschäftsführer der Eisbären Juniors. Noch mehr mäßige Ausländer in die DEL zu holen, die sich dann von jungen Schweden vorführen lassen, klingt zumindest nicht nach einem schlauen Plan. Vielmehr wäre es angebracht, in die bislang ebenso mäßige Nachwuchsarbeit hierzulande zu intensivieren.

Stefan Ustorf, Sportdirektor des EHC, tourt gerade durch Nordamerika und schaut sich dort gut zwei Wochen lang nach Spielern um. Die Partie in Göteborg offenbarte einige Defizite des EHC, ja der DEL. Wenn Ustorf nicht aufpasst, könnte die CHL, die nach drei Jahren der garantierten Teilnahme nur noch über die sportliche Qualifikation erreichbar ist, bald länger ohne die Berliner stattfinden. In der DEL sind die Eisbären, die am Freitag in Nürnberg antreten, derzeit Siebter.