Eishockey

„Wir sind besser, als wir im Moment dastehen“

| Lesedauer: 3 Minuten
Marcel Stein
EHC-Kapitän André Rankel (r.) konnte mit seinem Team viel lernen gegen die Schweden

EHC-Kapitän André Rankel (r.) konnte mit seinem Team viel lernen gegen die Schweden

Foto: Britta Pedersen / dpa

Die Eisbären wirken ausgezehrt nach einem harten Oktober, die Länderspielpause ist dringend nötig – und Verstärkung wohl auch.

Berlin.  Irgendein Ansatz für etwas Gutes lässt sich sonst ja immer finden. Etwas, an dem man sich festhalten kann. Oder aufrichten. Beim EHC Eisbären machte man sich aber gar nicht erst die Mühe, so einen Ansatz zu suchen. Nicht die Spieler, nicht der Trainer. „Frölunda war in jedem Aspekt des Spiels besser als wir“, sagte Uwe Krupp, der Coach. André Rankel, der Kapitän, fand: „So kannst du gegen so eine Mannschaft nicht spielen. Wir haben verdient so hoch verloren.“ 1:6 hieß es im Hinspiel des Achtelfinales der Champions Hockey League (CHL).

Sicher, die Schweden sind Titelverteidiger, Meister in der Heimat, eine Spitzenmannschaft eben. Der Unterschied aber zu den Berliner Eishockeyprofis fiel doch all zu groß aus. „Sie waren schneller als wir – mit den Füßen und im Kopf“, erzählte Krupp und war restlos bedient. Orientierungslos in der Defensive war sein Team, suchte zwar vorn seine Chance, stolperte allerdings hektisch ins Verderben.

Frust und Unlust

Derart weit entfernt von seinen Möglichkeiten hatte der Trainer sein Team lange nicht gesehen. Verletzungsstand (fünf Ausfälle) und ein heftiger Spielplan mit 14 Partien in einem Monat haben die Truppe ausgepresst. Weil einige Dinge daneben gingen im Oktober, führte der Frust auch augenscheinlich zu ein wenig Unlust und zu eben jener Defensivleistung. Krupp verarbeitete das nach der Partie bereits. Gefragt nach Konsequenzen, antwortete er etwas kryptisch und drohte an, dass es welche geben könne. Wenn es nötig denn sei.

Jetzt hilft allen erst einmal etwas Abstand. Dem Trainer von der Mannschaft, der Mannschaft vom Spiel. „Ich bin sehr froh über die Pause“, sagt Rankel. Erst am Sonntagabend findet die nächste Übungseinheit statt. „Es war eine anstrengende Phase im Oktober, es lief auch nicht ganz so, wie wir das erhofft haben. Von daher ist es ganz gut, jetzt den Kopf freizukriegen“, so der Kapitän. Regeneration steht an vorderster Stelle.

Hoffen auf ein Signal

Krupp kann hoffen, dass sich die Lage bei den Ausfällen entspannt. Vielleicht hofft er auch auf ein Signal aus der sportlichen Leitung. Der Markt wird angeblich stetig sondiert. Und wie sich gezeigt hat, käme Verstärkung nicht ungelegen. Trotz der aufmunternden Leistungen der Talente, die zuletzt die Lücken füllten. Zwar haben die Berliner bereits die neun Lizenzen für Ausländer vergeben, doch im Notfall müsste eben ein Lizenzspieler auf die Tribüne. Das wäre auch ein Zeichen für den Konkurrenzkampf im Team. Denn der ist aktuell kaum vorhanden.

Für einen Trainer ist es keine leichte Situation, wenn sich die Mannschaft quasi von selbst aufstellt. Mit der Erholung, die die Länderspielpause für den Deutschland-Cup den Berlinern bietet, soll sich nun alles fügen. „Nächste Woche fangen wir von vorn an, wir wollen uns hocharbeiten. Wir sind besser, als wir im Moment dastehen“, sagt Rankel, dessen Team in der Liga Siebter ist.

Mit Anstand verabschieden

Bevor es in der DEL weitergeht, steht am Dienstag das Rückspiel in Frölunda an. Sie wollen zeigen, was sie wirklich können, so Rankel. Eine Chance auf die nächste Runde wird dem EHC das nicht eröffnen. Aber vielleicht finden sich dort Ansätze, die den Glauben an erstarkende Eisbären bekräftigen.