Eishockey

Jetzt sind die Eisbären am Zug

Beim Rückspiel in der Champions Hockey League geht es gegen rauflustige Schweizer. Vor 16 Jahren ging es gegen Zug auch heiß her.

 Eisbär Spencer Machacek (l.) kämpft gegen Zugs Johann Morant

Eisbär Spencer Machacek (l.) kämpft gegen Zugs Johann Morant

Foto: Rainer Jensen / dpa

Berlin/Zug.  Möglicherweise ist es von Vorteil für den EHC Eisbären, dass nach dem verkorksten Wochenende mit Heimniederlagen gegen Köln (0:3) und Krefeld (1:3) nun erst einmal drei Auswärtsspiele in Folge anstehen. „Die Fans waren zu Recht unzufrieden“, räumte Verteidiger Jens Baxmann ein, „wir haben wirklich nicht gut gespielt“.

Das soll sich heute beim EV Zug in der Schweiz (19.45 Uhr, laola1.tv), am Freitag in Ingolstadt und am Sonntag in Bremerhaven ändern. Auswärts ist der Druck bekanntermaßen immer etwas geringer. „Da müssen wir wieder in die Spur kommen“, weiß Baxmann.

Vor Wochenfrist hatten die Eisbären die Schweizer in der Champions Hockey League mit 4:0 klar dominiert. Sogar so sehr, dass einige Gegner die Nerven verloren. 75 Strafminuten standen für Zug zu Buche, nur halb so viele kassierten die Berliner.

Spiel wurde nach 156 Strafminuten abgebrochen

Vor 16 Jahren hatte es im ersten Aufeinandertreffen beider Klubs bereits ähnliche Szenen gegeben. Mehr noch: Die Partie wurde nach knapp 35 Minuten beim Stand von 2:1 für die Schweizer abgebrochen. „Das war schon sehr speziell“, erzählt Sven Felski, der damals den einzigen Treffer erzielte und vergeblich versucht, sich an Ähnliches in seiner langen Karriere mit genau 1000 Pflichtspielen für die Eisbären zu erinnern.

„Ich glaube, es ist das einzige Spiel, bei dem ich dabei war und das wegen Schlägereien abgebrochen wurde. Normalerweise kriegt man sich wieder ein und spielt zu Ende, auch wenn nur noch ein paar Spieler übrig sind.“

In Schweizer Medien ist nachzulesen, dass die Rollen damals anders herum verteilt gewesen wären: Der EV Zug war spielerisch überlegen, die Eisbären „mehr und mehr auf der physischen Schiene“.

Zug will es dieses Mal besser machen

Nachdem ein Schweizer Profi eine Schnittwunde und zwei weitere jeweils Gehirnerschütterungen davongetragen hatten, erklärten die Zuger das Testspiel damals nach 34:52 Spiel- und 156 ausgesprochenen Strafminuten beim Schiedsrichter einfach für beendet und gingen vom Eis.

Geht es nach Zugs heutigem Trainer Harold Kreis, setzt sich die Tradition der Prügel-Partien heute nicht fort. „Wir haben viel zu viel Zeit auf der Strafbank verbracht und werden versuchen 60 Minuten, fünf gegen fünf zu spielen“, kündigt er an. Vier Tore aufzuholen, sei möglich.

Die Eisbären sind ebenfalls gut beraten, die Kühlbox zu meiden, denn der Vorsprung lässt sich besser mit kompletten Reihen verteidigen. Was vielleicht ohnehin ein hartes Stück Arbeit wird. Zug gewann am Freitag in Genf 2:1 und einen Tag später zu Hause gegen Kloten 4:1 und ist Tabellenführer der Schweizer Liga.