Eishockey

Eisbären vergessen nur das Toreschießen

Im Spitzenspiel der Deutschen Eishockey-Liga unterlagen die Eisbären Berlin den Kölner Haien zwar mit 0:3, enttäuschten aber nicht.

Vergebliches Anrennen: Andre Rankel (l.) scheitert einmal mehr an Kölns starkem Torhüter Gustaf Wesslau

Vergebliches Anrennen: Andre Rankel (l.) scheitert einmal mehr an Kölns starkem Torhüter Gustaf Wesslau

Foto: Maurizio Gambarini / dpa

Berlin.  Wer am Freitagabend in die Mercedes-Benz Arena gekommen war, um die Eisbären siegen zu sehen, war sicher enttäuscht. Sie boten zwar eine gute Leistung, doch die Tore schossen die anderen. Die Berliner verloren das Spitzenspiel gegen die Kölner Haie mit 0:3 (0:1, 0:0, 0:2). Wer allerdings auch ein Faible für das Eishockey allgemein hat, durfte sich trösten: 12.531 Zuschauer sahen eines der besseren Spiele, wenn man bedenkt, dass es erst der siebte Spieltag war.

Kölner Eriksson nutzt Blackout in Berlins Abwehr

Pässe, die nach Scheibengewinn zügig den eigenen Mann fanden, Verteidiger, die schnell genug wieder vor dem eigenen Tor für Ordnung sorgten und Torhüter, die, wenn das mal nicht klappte, zur Stelle waren, alles sah gut aus – und dann doch der frühe Rückstand. Kölns Fredrick Eriksson stand für einen Moment in zentraler Position völlig frei, nahm einen Pass aus der Ecke direkt und traf zum 0:1 (6.). Ein Schuss wie ein Strich, Eisbären-Torhüter Petri Vehanen war ohne Chance.

In der Folge hatten die Berliner gut zu tun, einen weiteren Gegentreffer zu verhindern, kamen später aber ebenfalls zu Chancen. Darin Olver (14.), Kyle Wilson (16.) und André Rankel (20.) scheiterten jedoch am überragenden Haie-Keeper Gustaf Wesslau. Die Kölner waren auch nach der ersten Pause nur in Nuancen das bessere Team, machten in der Defensive kaum Fehler. Bei den Eisbären hatte Trainer Uwe Krupp vor der Partie noch das Spiel in Unterzahl als die „größte Baustelle“ bezeichnet. Davon war im Mittelabschnitt nichts zu sehen. Sein Team überstand zwei Strafzeiten unbeschadet, konnte aber auch zwei eigene Überzahl-Situationen nicht nutzen.

Enttäuscht vom Ergebnis, aber nicht vom eigenen Spiel

Im Schlussdrittel, kaum unterbrochen, mit fliegenden Wechseln en masse, begegneten sich beide Mannschaften weiter mit großem Einsatz auf Augenhöhe. Kai Hospelt sorgte mit einem erneut sehenswerten Schuss unter die Latte zum 0:2 erst in für 52. Minute für die Vorentscheidung, Johannes Salmonsson machte mit seinem Treffer ins leere Tor den Kölner Auswärtssieg perfekt (60.). „Ich finde nicht, dass wir schlecht gespielt haben“, sagte Rankel, „aber Köln war sehr stark.“

Der Niederlage nachzutrauern, bringt nichts, schon am Sonntag (14 Uhr) empfangen die Eisbären Krefeld. „Wir müssen schnell wieder in die Spur finden“, forderte Rankel, „denn Krefeld ist individuell sehr gut besetzt.“