Eishockey

Wenn der Trainer einfach Recht hat

Den Eisbären zeigt die Niederlage gegen Meister München einigen Korrekturbedarf auf. Das hatte Krupp aber schon vorher angemerkt.

Uwe Krupp instruiert seine Spieler

Uwe Krupp instruiert seine Spieler

Foto: Klaus-Dietmar Gabbert / dpa

Berlin.  Manchmal klingen Worte, die als Warnung gemeint sind, eher nach Bescheidenheit. Obwohl alles super gelaufen ist, will sich die Bilanzierung dessen gar nicht mehr so super anhören. Als würde er das Haar in der Suppe suchen, ließ sich auch die Haltung von Uwe Krupp interpretieren nach den beiden Auftaktsiegen in der Deutschen Eishockey Liga (DEL). Nach der Partie gegen den Meister darf der Trainer des EHC Eisbären sich bestätigt sehen. Das macht ihn zwar nicht glücklich, lenkt aber die Gedanken aller wieder in realistischere Bahnen. Das ist immerhin auch etwas.

Beim 2:4 gegen München zeigten die Berliner, dass sie Spielfreude ausstrahlen, Intensität und Tempo hochhalten können. Sie offenbarten aber ebenso, dass der Trainer recht hat. „Es gibt viele Sachen, die verbesserungswürdig sind. Vom Eishockey her haben wir noch einige Luft nach oben“, sagte Krupp schon vor dem Spiel. Zwar fand Verteidiger Frank Hördler, dass einige der unter der Woche im Team angesprochenen Dinge bereits beherzigt worden waren. Dem Trainer fiel dennoch genug ein, was weiterhin größerer Korrekturen bedarf.

Unterzahlspiel mit Schwächen

Da wäre als eine wichtige Baustelle das Unterzahlspiel. „In der Champions Hockey League war das noch unsere Paradedisziplin. Seit die DEL begonnen hat, rutschen da einige Scheiben in unser Tor“, sagt Krupp. Bei nur 60 Prozent ihrer Unterzahlsituationen halten die Eisbären ihren Kasten sauber – ein schwacher Wert. Hördler erklärt es mit Ungeduld: „Wir sind zu sehr motiviert rangegangen und haben probiert, den Puck so schnell wie möglich zurückzuerkämpfen. Da passieren kleine Fehler.“ Genau diese Patzer brachten München letztlich den Erfolg, zwei ihrer Treffer fielen in Überzahl. Das Powerplay der Berliner hingegen blieb zumindest diesmal zu harmlos.

Probleme erkannte der Trainer allerdings auch in der grundsätzlichen Sortierung. Das Spielsystem der Eisbären beinhaltet ein frühes Attackieren des Gegners in dessen Drittel. Doch das ging nicht auf. „Tief im gegnerischen Drittel haben wir schon Fehler gemacht. Dadurch kommt der Gegner mit viel Tempo in unsere Zone“, so Krupp.

Die Zuordnung griff zudem nicht, so dass die Gäste oft Überzahlsituationen vor dem Berliner Tor kreieren konnten. Mit der defensiven Leistung der Mannschaft zeigte sich auch Stürmer Kyle Wilson nicht zufrieden: „Wir haben da zu viel Raum abgegeben und müssen alle schneller nach hinten arbeiten.“

Zu wenig Ausgeglichenheit im Kader

Dass dies nicht gelang, hat ebenso damit zu tun, dass nicht alle Spieler sich so in Szene setzen konnten, wie es gegen München notwendig wäre. „Heute war die Möglichkeit für den einen oder anderen Spieler, sich zu zeigen“, so Krupp. Er musste aber feststellen, dass die Ausgeglichenheit im Kader nicht genügte, um dem Meister den Sieg streitig zu machen.

Zumindest im ersten Saisonvergleich. Grund zur Sorge sieht Kyle Wilson aber nicht: „Es wäre leicht, sich jetzt zu bedauern. Doch wir müssen schnell wieder zurück aufs Pferd und auswärts gewinnen.“ In Schwenningen spielt der EHC am Sonntag (14 Uhr).