Eisbären Berlin

Der Helm des NHL-Stars als erster Kontakt

Die erste Berührung mit den Eisbären war kurios für Nicholas Petersen, jetzt erstaunt er die EHC-Fans und knüpft an seine DEL-Bilanz an

Nicholas Petersen (l.) feiert eine erfolgreiche Premiere für die Eisbären in der DEL

Nicholas Petersen (l.) feiert eine erfolgreiche Premiere für die Eisbären in der DEL

Foto: Rainer Jensen / dpa

Berlin.  Manchmal dauert es nicht lange, um sich in die Herzen der Fans zu spielen. Nicholas Petersen brauchte gerade mal 60 Minuten dazu. Anschließend wurde er vor die Stehplatz-Kurve gebeten und durfte die Welle mit dem enthusiastischsten Teil des Anhangs der Eisbären Berlin anstimmen. Mit zwei Toren und zwei Vorlagen bei seinem ersten Auftritt für die Berliner in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) hatte sich Petersen diese Ehre zweifelsohne verdient.

Der Stürmer lachte: „Das hat Spaß gemacht.“ Mit seinen vier Scorerpunkten trug er zum 5:2-Auftakterfolg der Eisbären gegen Straubing maßgeblich bei. Petersen ist so etwas grundsätzlich gewohnt, doch dass es offenbar nahtlos so weitergeht wie bisher, verblüffte wohl auch Trainer Uwe Krupp. Ebenfalls mit einem Lächeln im Gesicht sagte er, dass man sich von neuen Spielern immer verspreche, „dass es gut läuft. Schon letztes Jahr hatten wir ein gutes Händchen. Die Neuen jetzt machen uns besser, sie haben eine Wirkung“.

Seit drei Jahren beständig in der DEL

Bei Petersen konnten sich die Berliner da fast sicher sein. Drei Jahre spielt er nun schon in der DEL, in allen drei Spielzeiten schoss er für seine Mannschaften die meisten Tore. 17, 22, 21 lauten seine Zahlen – nur vier Spieler erwiesen sich in der Liga über diese Zeitspanne als noch effizienter. „Natürlich will man immer für sich selbst gut abschneiden und Tore erzielen. Aber das allgemeine Ziel lautet für mich, dem Team wieder zu alten Erfolgen zu verhelfen“, sagt Petersen. Seine Tore könnten genau das bewirken.

Dabei scheint sich der Kanadier zu sehr reduziert zu fühlen beim Blick auf seine Trefferbilanz. „Ich sehe mich mehr als Spielmacher, als ein Passgeber, der sehr kreativ ist“, erzählt der 27-Jährige. Ihm ist aufgefallen, dass die große Eisfläche in Europa ihm entgegenkommt, er seine offensiven Talente hier gut nutzen und das Spiel besser lesen kann. In der Heimat gelang ihm das nicht. Zumindest in den Augen anderer. „Ich hatte immer das Gefühl, dass ich gut spiele. Einen Vertrag in der NHL habe ich aber nicht bekommen.“ sagt Petersen.

Weil er sein Spiel in Nordamerika nicht so umsetzen konnte, wie er wollte, suchte der Angreifer nach Perspektiven. Die Kontakte seines Agenten führten ihn 2013 nach Schwenningen. Eine eigentümliche Erfahrung, nicht nur wegen des beschaulichen Schwarzwald-Umfelds: „Die meisten Spieler waren über ihren Zenit hinaus.“ Ihnen fehlte der Wille, sich ein bisschen mehr zu schinden, um erfolgreicher zu sein. In Iserlohn, wohin er nach einer Saison wechselte, war das anders, dort wollten sich alle verbessern. „Diese Mentalität ist manchmal der Unterschied, ob du gewinnst oder verlierst“, sagt er. Am eher beschaulichen Charakter der Stadt änderte sich freilich wenig.

Sommertraining mit Claude Giroux

Dafür könnte der Kontrast nun kaum größer sein. Petersen gefällt das. „Große Stadt, große Halle – das willst du als Spieler. Hier gibt es jede Art von Restaurant, in dem ich essen will. Man kann viel mehr machen“, sagt der Stürmer. Von den Eisbären erfuhr allerdings schon vor seinem Wechsel nach Deutschland. Früher trainierte er im Sommer mit Claude Giroux. Der NHL-Star spielte in der Saison 2012/13 in Berlin, als die NHL wegen einer Spieleraussperrung pausierte. Damals bekam er den Helm mit dem EHC-Logo mit und trug ihn beim Sommertraining. „Das fiel auf, weil die Helme drüben meist nur schwarz sind und ohne Werbung“, so Petersen. Nun ziert auch seinen Helm ein Eisbären-Emblem.

Petersen sieht damit einen weiteren Schritt seiner Entwicklung vollzogen: „Du willst immer für größere Klubs spielen.“ Am liebesten immer noch für einen in der NHL. „Ich weiß nicht, ob es realistisch ist. Aber der Traum ist immer noch, dort zu spielen“, sagt er. Die Ziele mit den Eisbären liegen allerdings näher.

Damit aus diesen Realität wird, benötigten die Eisbären vor der Saison mehr Offensivgefahr. Neben Petersen konnte auch Neuling Jamie MacQueen (28) diese Anforderung umsetzen mit einem Tor und einer Vorlage. Zwei Punkte in Form von Vorlagen verbuchte auch Daniel Fischbuch (23), ein weiterer Sommerzugang. Sie verführten Trainer Krupp ebenso zu seiner von großer Zufriedenheit geprägter Bilanz nach dem ersten DEL-Spiel. Das zweite folgt am Sonntag in Düsseldorf (16.30 Uhr, Sport1).

Die ganze Sturmreihe harmoniert und punktet

Mit Fischbuch, der aus Düsseldorf gekommen ist, bildet Petersen eine Sturmreihe, Darin Olver ist der dritte im Bunde und erzielte ebenfalls zwei Treffer. Zwischen den Dreien ergab sich schnell eine erstaunliche Harmonie. „Die Dinge sind gut gelaufen für uns“, sagte Petersen, der für zwei Jahre beim EHC unterschrieben hat. Wenn er weiter so zuverlässig seiner Arbeit nachgeht wie zuvor, sollte der Kontakt zur Fankurve ein sehr enger werden.