Eishockey

Familientreffen kurz vor Russland

Die Eisbären verlieren das letzte Gruppenspiel in der Champions League in Lappeenranta mit 3:6 und werden Zweiter.

 Eisbären-Stürmer Stürmer Marcel Noebels (M.) verlebte ein Wochenende mit viel Reisestress . Von Lulea in Schweden ging es nach Lappeenranta in Finnland

Eisbären-Stürmer Stürmer Marcel Noebels (M.) verlebte ein Wochenende mit viel Reisestress . Von Lulea in Schweden ging es nach Lappeenranta in Finnland

Foto: Maurizio Gambarini / dpa

Lappeenranta.  Der Ort ist weit entfernt von Berlin, aber Daniel Fischbuch hatte eine Verabredung. Das kam manchen seiner Mitreisenden komisch vor, denn mit Südkarelien verbindet so schnell niemand etwas. Fischbuch jedoch schon. Die Mutter seiner Freundin stammt aus dem finnischen Lappeenranta, gut 30 Kilometer vor der russischen Grenze gelegen. Und die traf der Stürmer des EHC Eisbären am Freitag nach dem Abendessen in deren Heimatort.

Familiäres und Berufliches lassen sich also manchmal recht gut kombinieren. Dass der Arbeitsteil der Reise durch den Norden Europas ebenso angenehm ausfiel wie der private Aspekt, dazu hatte Fischbuch mit seinem Tor in Lulea/Schweden einen Tag zuvor beigetragen. Die Berliner fuhren nach dem 5:2 entspannt nach Lappeenranta, der Platz im Play-off der Champions Hockey League (CHL) war gesichert. Gegen Saipa hätte nun noch Rang eins in der Gruppe erkämpft werden können. Doch das gelang nicht, 3:6 (1:0, 0:3, 2:3) unterlag der EHC.

Trainer Uwe Krupp mochte das Ergebnis nicht, wie seine Mannschaft gespielt hatte schon: „Saipa war sehr effizient. Wir haben uns viele Chancen erarbeitet, sie aber nicht genutzt.“ Man habe das Spiel zwei Tage zuvor noch gespürt, was sich in den Dritteln zwei und drei bemerkbar machte.

„In der DEL ist es auch nicht leichter, nach Straubing zu kommen“

Der Sonnabend in Lappeenranta gestaltete sich im Ablauf vergleichsweise routiniert. Frühstück, Eistraining, Mittagessen, Ausruhen, Spiel, Abendessen. Die beiden Tage zuvor verliefen dagegen wenig normal. Sehr früh Aufstehen, zwei Flüge bis ans nördliche Ende der Ostsee. Das übliche Eistraining fiel aus, dafür gab es ein spätes Spiel.

Der Sportliche Leiter Stefan Ustorf will solche Strapazen nicht überbewerten: „In der DEL ist es auch nicht leichter, nach Straubing zu kommen.“ Doch der nächste Tag mit erneut frühem Aufstehen, zwei Flügen sowie dreistündiger Busfahrt brachte einen ungewöhnlichen Rhythmus in das verlängerte CHL-Wochenende. Für Training blieb wieder kein Platz im Zeitplan. „Das macht so nicht wirklich Spaß“, sagte Stürmer Nicholas Petersen.

Gegen Saipa zeigten die Berliner dann ein starkes erstes Drittel. Florian Busch erzielte die Führung (9.), die etwa 50 EHC-Fans sangen: „Wir sind nur zum Feiern hier.“ Teils per Bus reisten die Anhänger dem Team nach und umrundeten die Ostsee im hohen Norden. Später ließ die Genauigkeit nach, in der Defensive wurde nicht genug zugepackt. So drehte Saipa die Partie. Kyle Wilson verkürzte zum 2:3 (46.), Micki DuPont traf zum 3:5 (54.).

Die Eisbären, die sich nach dem Spiel viel Zeit für die Fans nahmen und etliche Fotos machten, wurden also Gruppenzweiter, was bedeutet, dass ihnen am Montag kein deutsches Team zugelost werden kann. Denn die wurden, soweit qualifiziert, auch Zweite und treffen in der ersten K.o.-Runde damit auf einen Gruppensieger. „Wir freuen uns auf die nächste Runde“, sagte Krupp. Zunächst spielen die Eisbären aber am Freitag ihre Auftaktpartie in der DEL – ohne Reisen, denn Straubing kommt nach Berlin.

Die Finnland-Reise unseres Reporters erfolgte auf Einladung des EHC Eisbären Berlin.