Eishockey

Stürmer Kris Sparre darf ein Eisbär bleiben

Kris Sparre lässt die Option auf eine Vertragsauflösung zum Jahresende verstreichen. Manager und Trainer erwarten jedoch mehr von dem 26-jährigen Deutsch-Kanadier, der im Sommer nach Berlin kam.

Foto: Ralph Goldmann / pA

Irgendwann saß er nur noch auf der Bank und sah, wie die Partie des EHC Eisbären gegen die Kölner Haie immer mehr zu einem offenen Schlagabtausch wurde. Eingreifen ließ Jeff Tomlinson Stürmer Kris Sparre trotzdem nicht mehr. Gegen den körperlich starken Tabellenführer der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) war das dem Trainer zu viel des Risikos. Sparre ist eher schmächtig, und defensiv ist er auch nicht immer auf der Höhe. Tomlinson wollte den Sieg (5:4) nicht gefährden.

Sieht ein bisschen aus, als würde da jemand nicht unbedingt gebraucht. Und in der Tat besitzen die Eisbären eine Ausstiegsklausel zum Jahresende aus dem bis zum Saisonende laufenden Vertrag, die sie in diesen Tagen ziehen müssten. Doch der 26-jährige Deutsch-Kanadier wird bleiben. „Ich habe schon mit ihm gesprochen. Wir brauchen ihn für die Tiefe im Kader“, sagt Manager Peter John Lee. Die Berliner haben einfach mit zu vielen Verletzungsproblemen zu kämpfen, deshalb wird Sparre weiter als Hilfe für die Mannschaft betrachtet.

Wenn es personell eng wird, darf Sommerzugang Sparre mal in die dritte Reihe aufrücken, ansonsten hat er seinen Platz in der vierten Sturmformation. Zufrieden waren sie nicht immer mit ihm. „Ich hoffe, dass er mehr bewegt in der zweiten Saisonhälfte“, sagt Lee. Mit einem Treffer und fünf Vorlagen steht er in der internen Punkteliste aber immer noch vor Daniel Weiß und Mads Christensen, die deutlich länger spielen. Sparre bringt zudem noch andere Vorzüge ein. „Er ist einer, der den Gegnern unter die Haut gehen kann“, so Lee. Er attackiert gern und geschickt Torhüter und provoziert damit gegnerische Verteidiger, strafwürdige Fouls an ihm selbst zu begehen. Ähnlich wie einst Jon Sim. „Seine Rolle spielt er gut und ist nicht beleidigt, wenn er mal nicht aufs Eis kommt“, sagt Tomlinson, der noch mehr mit Sparre arbeiten und dessen Defensivverhalten verbessern will.

Obwohl Sparre bleibt, denken die Berliner darüber nach, den Kader weiter aufzustocken. Der in München in Ungnade gefallene Deutsch-Kanadier Sean O’Connor „ist eine Option“, so Lee. Zumal der 32-jährige Angreifer, der fünf Treffer in 13 Partien erzielte, das Ausländerkontingent nicht belasten würde.

Braun nicht zur Nationalmannschaft

Entschieden ist dagegen, dass Verteidiger Constantin Braun, der wegen einer Depression lange fehlte, nächste Woche nicht an den beiden Spielen des Perspektivkaders des Nationalteams teilnehmen wird. „Bundestrainer Pat Cortina wollte, dass er dabei ist, Constantin wollte auch spielen, doch ich denke, es ist besser, nicht gleich zu übertreiben. Deshalb habe ich mit Pat geredet“, so der Manager, dessen Mannschaft am Freitag Iserlohn empfängt (19.30 Uhr, O2 World). Dort dürfte auch Kris Sparre wieder öfter auf dem Eis stehen als gegen Köln.

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