Eishockey

Eisbären feiern einen Sieg beim Comeback im Wellblechpalast

In der European Trophy gewinnen die Berliner nach drei Niederlagen in Folge wieder. Gegen den HC Mountfield gab es ein 4:1 bei der kurzfristigen Rückkehr an die alte Heimspielstätte.

Foto: Daniel Reinhardt / dpa

Manch einen holte die Vergangenheit ein. Die guten alten Zeiten, sie stiegen auf wie ein wohliges Gefühl. Ein seliges Lächeln, das war öfter zu sehen an diesem Abend im Wellblechpalast in Hohenschönhausen. Dorthin hatte sich der EHC Eisbären zurückgezogen, um in der European Trophy gegen den HC Mountfield aus Hradec Kralove zu spielen. Zum ersten Mal seit 1960 Tagen stand der deutsche Eishockeymeister wieder in der früheren Heimstätte zu einem Pflichtspiel auf dem Eis.

Als die Berliner zuletzt im Frühjahr 2008 dort auftraten, erlebten die Fans ein Spiel, an das sie sich noch heute gut erinnern können. Es war die dritte Partie in der Finalserie gegen die Kölner Haie, Dramatik pur mit dem Siegtreffer zum 4:3 von Steve Walker Sekunden vor dem Ende. Zwei Tage später holten die Eisbären in Köln ihren dritten Titel. Ganz auf dieser Ebene lief das Welli-Comeback natürlich nicht ab. Aber immerhin gewann der EHC gegen die Tschechen vor 3100 Zuschauern 4:1 (0:0, 3:0, 1:1).

Präsent war bei den Fans allerdings nicht nur die Vergangenheit. Sehr gegenwärtig fiel die Erinnerung an einen Spieler der Eisbären aus, der momentan seinem Beruf nicht nachgehen kann. Viele Besucher hielten ein kleines Schild mit der Nummer 90 zum Spielbeginn nach oben, es ist die Nummer von Verteidiger Constantin Braun (25), der seine Karriere wegen einer akuten Depression unterbrechen musste.

Tempo und Aggressivität stimmen

Wegen Verletzungen auch nicht dabei waren die Stürmer Julian Talbot und Mads Christensen. Dafür beorderte Trainer Jeff Tomlinson die jungen Verteidiger Thomas Supis und Henry Haase in den Angriff. Viel ausrichten konnten sie dort nicht, allerdings kamen die Berliner insgesamt viel besser ins Spiel als in den Partien zuvor, in denen sie drei Niederlagen einstecken mussten. Zwar holperte es zunächst auch gegen Mountfield noch, aber spätestens mit dem Penalty-Treffer von Darin Olver (21.) gelangen die Kombinationen besser, das Tempo und die Aggressivität stimmten. Frank Hördler (25.) und Laurin Braun (28.) erhöhten schnell auf 3:0.

Damit war die Partie entschieden, die Tschechen hatte nicht viel mehr zu bieten als den Ehrentreffer. Stattdessen traf Florian Busch zum 4:1 (54.). In der Tabelle der Achtergruppe konnten sich die Berliner durch den zweiten Sieg im fünften Trophy-Spiel um einen Platz auf Rang fünf vorschieben. Der angestrebte zweite Platz ist allerdings noch vier Punkte entfernt. Verringern können die Eisbären den Abstand am Sonntag, wenn der langjährige Erfolgstrainer Don Jackson nach seinem Abschied im Sommer mit Red Bull Salzburg an diesem Nostalgie-Wochenende im Wellblechpalast vorspielt (16.30 Uhr).