European Trophy

Eisbären bleiben nach Heimsieg auf Final-Kurs

Die Berliner haben in der European Trophy vorzeitig die Play-offs erreicht. Sie besiegte den fünfmaligen finnischen Meister Kärpät Oulu

Bevor es losging, wurde noch einmal erinnert. Daran, dass vor einem Jahr in Russland ein Flugzeug abstürzte. An Bord war die Mannschaft von Lokomotive Jaroslawl gewesen, kein Insasse überlebte. Zu Saisonbeginn ereignete sich damals die größte Tragödie in der Geschichte des internationalen Eishockeys, in Berlin hielten die Fans nun am Sonnabend vor der Partie der Eisbären gegen Kärpät Oulu aus Finnland ein Transparent hoch in Gedenken an die Opfer.

Für den Deutschen Meister ging es danach nicht nur um den Sieg in diesem einen Spiel, die Mannschaft von Trainer Don Jackson musste gewinnen, um in der European Trophy die Chance zu wahren, in das Finalturnier im Dezember einzuziehen. Die Eisbären erledigten ihren Teil, mit 3:0 (2:0, 1:0, 0:0) setzten sich gegen die Finnen durch. Damit ist Platz zwei in der Gruppe sicher, denn parallel unterlagen die Hamburg Freezers, die zuvor zweimal gegen den EHC gewonnen hatten, Tabellenführer Lulea Hockey aus Schweden 1:4. „Das ist gut“, sagte Jackson.

Nach den Niederlagen gegen die Freezers war der zweite Platz noch einmal in Gefahr geraten. Verunsichert aber wirkten die Berliner dadurch keineswegs. Gerade 38 Sekunden dauerte es, bis sie in Führung gingen. Travis Mulock hatte Jim Sharrow mit einem Pass vor das Tor freigespielt – und der Verteidiger traf zum 1:0. Anschließend entwickelte sich ein recht ausgeglichenes Spiel, bei dem Kärpät, das vergangene Saison im Viertelfinale der finnischen Liga stand, einen guten Eindruck hinterließ vor den 6800 Zuschauern in der O* World. Teilweise sogar einen besseren als die Berliner, Oulu erarbeitete sich einige Chancen, hatte aber viel Pech vor dem Tor von Rob Zepp. „Wir spielen derzeit gegen viele talentierte Mannschaften, gerade im letzten Drittel hat man das gesehen“, so Jackson.

Doch selbst wenn Zepp schon geschlagen war, flog oder rutschte der Puck am Netz der Eisbären vorbei. Allerdings räumten die Berliner auch gut ab vor dem eigenen Tor, was dem Trainer Respekt abnötigte: „Wegen einiger Verletzungen haben wir gerade keinen großen Kader, aber alle leisten einen guten Job. Die Gegner bekommen kaum Nachschüsse.“ Auch mit der läuferischen Leistung war Jackson zufrieden. Dennoch blieben Torgelegenheiten der Berliner eher selten, was aber nichts ausmachte, denn die Effektivität, sonst nicht die Stärke des EHC, war sehr hoch gegen Oulu. Verteidiger Mark Katic traf noch im ersten Drittel zum 2:0 (19.), Sharrow stellte den Endstand her (29.).

Für das Viertelfinale planen können die Berliner allerdings noch nicht. Da die Gastgeber des Finalturniers, Bratislava und Wien, gesetzt sind, können noch zwei der vier Gruppenzweiten ausscheiden. Jedoch haben die Eisbären mit 16 Punkten eine gute Ausgangsposition und außerdem noch ein Spiel – gegen Spitzenreiter Lulea (23. Oktober) wird es allerdings sehr schwer.