Eishockey

Eisbären und Mannheim bestreiten DEL-Traumfinale

Die Eisbären Berlin haben durch ein 4:2 bei den Straubing Tigers zum achten Mal das Finale um die Deutsche Eishockey-Meisterschaft erreicht.

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Es war das Finale, dass irgendwie jeder vorhergesehen hatte, das letztlich auch das Treffen der Giganten ist. Ab Sonntag werden in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) die Eisbären aus Berlin die Adler aus Mannheim empfangen (14.30 Uhr, O2 World und Sky live), die beiden Mannschaften, die jeweils fünf Meistertitel gewonnen haben und gemeinsam den Rekord halten. Die Berliner hatten sich am Mittwochabend bei den Straubing Tigers mit 4:2 (1:1, 0:1, 2:0) durchgesetzt und die „Best of five“-Serie 3:1 gewonnen. Mannheim bezwang den ERC Ingolstadt 6:2 (3:1, 1:1, 2:0) und zog ebenfalls mit 3:1 Siegen ins Finale ein.

Für die Berliner hatte es am Abend zuvor schlechte Nachrichten gegeben. Stürmer André Rankel war von der DEL für zehn Spiele gesperrt worden, nachdem er in Spiel zwei in Straubing eine Matchstrafe wegen eines Kopfchecks erhalten hatte. Ein ungewöhnlich hohes Strafmaß über das die Eisbären nicht glücklich waren, das sie aber akzeptieren. Für Rankel ist die Saison damit beendet.

Doch das Vorgehen der Liga sollte der Mannschaft von Don Jackson auch Motivation sein. „Natürlich spielen wir jetzt auch für André“, sagte Verteidiger Frank Hördler. Bei ihnen kam nun neben der Absicht, es besser zu machen als am Ostermontag, als das dritte Spiel der Serie leicht hergeschenkt worden war (1:3), auch Wut hinzu. Das brach sich zunächst Bahn in Form von engagiertem Forechecking, teilweise versuchten die Berliner, mit vier Spielern den Puck vom Gegner zu erobern. Das wurde mit einem frühen Treffer von Barry Tallackson (5.) belohnt.

Wieder hart gearbeitet

Trotzdem konnten die Berliner mit ihrer Überlegenheit nur wenig anfangen, viele Chancen sprangen nicht heraus. Straubing hatte zwar noch weniger, traf durch Michael Bakos aber zum Ausgleich (15.). Dennoch waren die Berliner zunächst zufrieden. „Wir haben wieder angefangen zu arbeiten“, sagte Hördler. Im Spiel zuvor war das nur bedingt so gewesen.

Allerdings gab es weiter auch Defizite. Die Partie wurde hitziger, die Fouls häuften sich. Doch das Powerplay blieb trotz zeitweiliger doppelter Überzahl ohne Erfolg. Was sich rächte, denn wenig später war eine Strafzeit gegen den EHC angezeigt und Straubing traf mit sechs Feldspielern zum 2:1 (30.). Es sah also nach einem weiteren Heimspiel der Eisbären aus, denn die Berliner schienen ein wenig zu verzweifeln, sie erspielten sich mehr Möglichkeiten, doch bekamen den Puck nicht ins Tor.

Don Jackson musste seinem Team in der letzten Pause daher noch einmal den Weg weisen. Und es gelang ihm auch. Die Berliner behielten die Nerven, sie besannen sich auf ihre Stärken, liefen viel und schnürten die Straubinger ein. Vor allem die erste Reihe, die bislang in der Serie noch nicht übermäßig in Erscheinung getreten war, ragte dabei heraus. Tallackson erzielte seinen zweiten Treffer und glich aus (45.), Darin Olver brachte den EHC wieder in Führung (54.) und Florian Busch besiegelte den Finaleinzug (60.). Busch wurde nach dem Tor übel von Tigers-Torhüter Barry Brust aus Frust mit dem Stock ins Gesicht gecheckt, Brust bekam dafür eine Matchstrafe.