Eishockey

Für die Eisbären ist das Halbfinale ganz nah

Die Berliner sind für ihre läuferischen Qualitäten bekannt. Im Viertelfinale zeigt der Titelverteidiger, dass er auch das kämpferische Element beherrscht.

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Für den Trainer der Kölner Haie stand fest, dass sein Team mit den Eisbären Berlin spielerischen nicht auf einer Stufe steht. „Gegen die Eisbären musst du deshalb bis an die Grenze des Erlaubten gehen“, erklärte der ehemalige Bundestrainer Uwe Krupp. „Wenn du versuchst, mit Berlin mitzuspielen, nehmen sie dich gnadenlos auseinander.“ Am Sonntag war auch dieser Ansatz nicht von Erfolg gekrönt: Berlin gewann 3:1 und ist nur noch einen Erfolg vom Einzug ins Halbfinale der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) entfernt.

Dennoch schien Krupps Taktik in der Hauptstadt zunächst aufzugehen, ehe sich der Meister auf die aggressive Kölner Spielweise eingestellt hatte. „Es war uns schon klar, dass die Haie etwas anders als in den beiden Spielen zuvor auftreten würden“, erklärte Berlins Frank Hördler zu den anfänglichen Probleme der Eisbären, „wir brauchten einige Zeit, um uns darauf einzustellen“.

Dass die Eisbären dann nach und nach die Oberhand gewannen, lag auch daran, dass sie den in den Ring geworfenen Fehdehandschuh aufnahmen. „Das ist Playoff-Hockey, wir haben gut dagegengehalten“, befand der in 117 Playoff-Spielen gestählte Sven Felski, der sichtlich Spaß an den 60 körperbetonten Minuten hatte.

Seinen Spaß hatte an diesem Nachmittag auch Eisbär André Rankel. Allerdings eher unfreiwillig. Als er kurz nach dem Rückstand eine korrekte Abseitsentscheidung lautstark mit den Worten „Bist du bescheuert, oder was?“ in Richtung Linienrichter monierte, war er folgerichtig für 10 Minuten zum Zuschauen verurteilt. Ausgerechnet in dieser Phase drehten die Berliner mit drei Toren binnen 96 Sekunden die Partie.

Hinterher bewertete Rankel seine Aktion so etwas wie ein Weckruf. „In der Phase waren wir alle ein wenig angefressen“, meinte der Nationalstürmer der Eisbären und ergänzte mit der nötigen Portion Humor: „Ich wäre gerne für den Rest des Spiels draußen geblieben, wenn wir dafür noch ein paar Tore geschossen hätten.“

Da Rankel irgendwann aber wieder mitspielen musste, fielen zwar keine weiteren Treffer mehr, aber es reichte auch so zum dritten Sieg in der Best-of-Seven-Serie. Von daher befindet sich der fünfmalige DEL-Champion in einer komfortablen Position für die restlichen Spiele. Bereits am Mittwoch kann das Team von Trainer Don Jackson den Einzug ins Halbfinale in Köln perfekt machen. „Wir müssen einfach nur auf uns schauen, über 60 Minuten unser Spiel durchziehen“, sagte Rankel, „dann sehe ich dem Mittwoch sehr positiv entgegen.“