Eisbären

Jackson wirft Köln "dreckiges Eishockey" vor

Vor dem Spiel gegen Köln sind die Nerven bei den Eisbären angespannt. Trainer Jackson mag Provokationen - und stichelt gegen die Haie.

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Es ist nicht neu, im Play-off geht es keineswegs nur um den Sport. Da geht es einfach zur Sache. Obwohl das manchmal dann Ausmaße annimmt, die nicht vertretbar sind.

Beim Viertelfinalduell zwischen den DEG Metro Stars und dem ERC Ingolstadt übertrieben es die Oberbayern am Freitag mit dem Körpereinsatz, Tyler Bouck musste beim 5:1 (in der „Best of seven“-Serie steht es 1:1) wegen eines Schlittschuhtritts mit einer Matchstrafe vom Eis. Sein Trainer Rich Chernomaz tat es ganz lapidar ab: „Das ist eben Play-off-Eishockey.“

Diese Einstellung gefällt Don Jackson, dem Trainer des EHC Eisbären, ganz und gar nicht. Es klingt für ihn danach, als würden Verletzungen irgendwie in Kauf genommen; Hauptsache, die Mannschaft agiert an der Grenze des Erlaubten und gern auch mal darüber hinaus, um sich so beim Gegner Respekt zu verschaffen, ihm sogar Furcht einzuflößen.

Jackson nimmt das nicht hin, er wehrt sich mit Worten. „Die Schiedsrichter sind verantwortlich für die Gesundheit meiner Spieler“, sagt er vor der dritten Partie gegen die Kölner Haie am Sonntag (14.30 Uhr, O2 World und Sky live). Die Kölner stehen nach zwei Niederlagen bereits enorm unter Druck, zimperlich werden sie daher kaum auftreten in Berlin.

Deshalb versucht Jackson zwischen den Spielen, die Aufmerksamkeit auf Dinge zu lenken, die ihm wichtig sind. Er will sensibilisieren, in der Hoffnung, dass die Schiedsrichter seine Worte irgendwie mitbekommen. Einige Aktionen der Kölner hat er sich in seinem Trainerzimmer extra noch einmal angeschaut und fand, dass die Rheinländer teilweise überhart vorgehen.

Jackson will auch Druck ausüben, denn er weiß, dass es im Play-off der Deutschen Eishockey-Liga immer auch einen psychologischen Faktor gibt. Und er weiß, dass es in Köln ein Thema ist, wenn er den Haien „dreckiges Eishockey“ vorwirft.

Das geht dann sogar über ins Sticheln. Jackson tut das gern im Play-off, er provoziert ein bisschen und hofft so natürlich, den Gegner nervös zu machen. Vor dem ersten Spiel gegen die Haie pickte er sich etwa Alexander Weiß heraus, den Stürmer der Kölner, der vergangene Saison noch bei ihm gespielt hat. „Alex Weiß neigt gern zu Schwalben, um so Strafen herauszuholen“, sagte Jackson.

Dabei sind bei Weiß solche Tendenzen nicht sonderlich ausgeprägt. Zur Krönung gab es dann noch eine SMS von Co-Trainer Hartmut Nickel an Weiß, dass er sich mit dem Jubeln zurückhalten solle als langjähriger Ex-Berliner. Play-off spielt sich eben nicht nur auf dem Eis ab.