Eishockey-Play-off

Eisbären sehen sich noch lange nicht im Halbfinale

Nach dem zweiten Sieg im zweiten Spiel sind die Eisbären Berlin auf Halbfinalkurs. Doch Gegner Köln ist auf Aufholjagden spezialisiert.

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Es gäbe schon genügend Gründe für die Kölner Haie, betrübt zu sein. Sie hatten bislang wenig zu melden gegen den EHC Eisbären im Viertelfinalduell der Deutschen Eishockey-Liga (DEL). Zwei Spiele, zwei ungefährdete Erfolge für die Berliner – so sieht es aus. Die Chance auf das Halbfinale ist eher gering. Das verleugnet auch Uwe Krupp nicht, der Trainer der Haie.

„Das ist keine einfache Situation“, sagt er. Genauso könnten die Berliner es ganz cool angehen, dieses nächste Spiel der Serie (Sonntag, 14.30 Uhr, O2 World und Sky live), in der sie nur noch zwei weitere Siege benötigen für den Einzug in die nächste Runde. Bei ihnen ging bislang alles so auf, wie sie sich das vorstellt hatten. Doch sie wollen sich keiner Lässigkeit hingeben, sich nicht dazu verführen lassen, die Ergebnisse der ersten beiden Partien als Maßstab zu nehmen. „Wir dürfen nicht arrogant sein“, sagt Eisbären-Manager Peter John Lee.

Er hat noch sehr gut im Kopf, wozu die Kölner Haie zuletzt so im Stande gewesen waren. Eigentlich hatte sie jeder schon abgeschrieben, zu groß schien der Abstand zu den Plätzen für das Pre-Play-off zu sein. Doch Krupp wurde seinem Ruf gerecht, der 46-Jährige gilt als Mann, der motivieren kann, der vor allem junge Spieler dazu bringt, über sich hinauszuwachsen. So hat er sich als Bundestrainer unsterblich gemacht und dem deutschen Eishockey mit Platz vier bei der WM 2010 eine der seltenen Sternstunden verschafft. Mit den Haien legte er in seiner ersten Saison als Klubtrainer einen unvergleichlichen Endspurt hin, der die Kölner ins Viertelfinale spülte.

Bekannte Situation für die Kölner

Das brachte den Rheinländern Respekt ein, und den haben die Berliner trotz der beiden Siege nicht verloren. „Sie kennen diese Situation bereits, sie standen schon einmal mit dem Rücken zur Wand. Deshalb müssen wir weiter mit ihnen rechnen“, erklärt Lee. Auch Trainer Don Jackson sagt: „Wir sind für Sonntag gewarnt.“ Zumal die Haie sich am Donnerstag vor eigenem Publikum verbessert zeigten gegenüber der ersten Partie in Berlin.

Dennoch spricht derzeit nicht viel dafür, dass die Kölner noch einmal eine solche Aufholjagd inszenieren können. Die Mannschaft, in der nur fünf Ausländer stehen und damit die wenigsten in der Liga, ist jung und somit gerade für das intensive Play-off nicht gerade gut gerüstet. Das wirkt sich gegen die eingespielten Berliner aus, besonders in zwei der im Play-off wichtigsten Kategorien: in Über- und Unterzahl. Im Powerplay sind die Haie noch ohne Treffer gegen den EHC, selbst mit sechs Feldspielern brachten sie über zwei Minuten gegen nur drei Berliner kein Tor zu Stande. Dafür kassierten sie bereits drei Treffer in Unterzahl.

Die Partie am Sonntag könnte nun bereits über das Schicksal der Haie entscheiden. Eine weitere Niederlage wäre wohl nicht mehr zu verkraften. Krupp ahnt, dass den Kölnern nur eines hilft: „Wir versuchen jetzt, in Berlin unser bestes Spiel hinzulegen.“ Bislang sah es allerdings nicht danach aus, als würde das genügen gegen die Eisbären.