Eishockey-Playoff

Zweiter Sieg für die Eisbären gegen Köln

Titelverteidiger Eisbären Berlin hat im Playoff- Viertelfinale gegen die Kölner Haie den zweiten Sieg erkämpft. Die Berliner behielten am Donnerstagabend in der Domstadt mit 4:2 die Oberhand und liegen in der Best-of-seven-Serie mit 2:0 in Führung.

Foto: picture-alliance / EXPA/ D. Scha / picture-alliance / EXPA/ D. Scha/picturedesk.com

Gerade jetzt würde er am liebsten spielen, es ist Play-off, die Zeit im Jahr, in der Meister gemacht werden in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL). Sein Schädel-Hirn-Trauma lässt das jedoch nicht zu, Stefan Ustorf, eigentlich Kapitän des EHC Eisbären, weiß auch nicht, ob er überhaupt wieder aufs Eis zurückkehren kann oder ob er seine Karriere mit 38 Jahren beenden muss. Vor einigen Wochen konnte der Stürmer nicht einmal in der Arena ein Spiel des Titelverteidigers verfolgen. Ihm wurde schwindelig und übel.

Das hat sich inzwischen aber gebessert, deshalb fuhr er mit nach Köln, wo die Berliner ihr zweites Spiel im Viertelfinale gegen die Haie absolvierten. Ustorf beschränkte sich dabei nicht allein aufs Zuschauen, er kommentierte die Partie sogar im Radio für die Fans der Berliner. Berichten konnte er über ein 4:2 (0:0, 4:2, 0:0), den zweiten Sieg in der „Best of seven“-Serie. Das dritte Spiel findet jetzt wieder in Berlin statt, am Sonntag empfangen die Eisbären die Rheinländer erneut (14.30Uhr, O*World)

Natürlich hatte der erfahrene Ustorf ein Konzept parat, wie seine Kollegen die Partie angehen sollten. „Wir müssen die Wechsel kurz halten und damit das Tempo hoch“, sagte er. Mit ihrer Geschwindigkeit hatten die Berliner die Haie im ersten Spiel klar dominiert und 5:1 gewonnen. Köln war chancen- und auch ratlos.

Daran wollten die Haie etwas ändern, am besten grundlegend, weil die Serie sonst schnell vorbei sein würde. Dementsprechend engagiert erwarteten die Eisbären ihren Gegner auch in der Partie. Sie spielten tatsächlich besser, vor allem in der Mittelzone arbeiteten die Haie sehr ordentlich, so dass die Mannschaft von Trainer Don Jackson nicht richtig gut ins Spiel fand. Sie verfing sich in vielen kleinen Pässen in der Mitte des Spielfeldes, anstatt die neutrale Zone schnell zu überbrücken. Das kam den Kölnern entgegen, weil sie so in einer guten Position waren für ihre Kontertaktik. Insgesamt verlief die Partie dadurch deutlich anders als zwei Tage zuvor, keine der beiden Mannschaften konnte sich zunächst große Vorteile verschaffen.

Drei Tore in sechs Minuten

Allerdings galt das zu Beginn des zweiten Drittels nicht mehr. Da entglitt den Haien die Partie förmlich, die Eisbären zogen plötzlich und nach den ersten 20 Minuten auch etwas unerwartet auf 3:0 davon. Erst nutzte Travis James Mulock ein Überzahlspiel 21 Sekunden nach Wiederbeginn zur Führung. Dann half der Schiedsrichter den Eisbären, denn der Unparteiische hielt ungewollt einen Pass der Kölner auf. Florian Busch bekam so die Scheibe, spielte sie auf Barry Tallackson – und der erzielte das 2:0 (22.). Als Tallackson kurz darauf sehr gut nach hinten arbeitete und dort einen Puck anfing, leitete er einen Konter ein, den Darin Olver in das 3:0 umwandelte (26.).

Kölns Trainer Uwe Krupp reagierte mit einer Auszeit, damit seine Mannschaft wieder zu sich findet. Das wirkte zwar nicht umgehend, jedoch mit etwas Verzögerung. Die Berliner hielten sich nach der komfortablen Führung ein wenig zurück und überließen den Haien das Feld. Die wiederum nahmen den Vorteil gern an und drängten nun stark zum Berliner Tor. Ein Doppelschlag innerhalb von 55 Sekunden, bei dem Tino Boos (32.) und Felix Schütz (33.) trafen, brachte die Haie zurück in die Partie.

Das weckte auch die Eisbären wieder auf, sie beteiligten sich mehr am Spiel und kamen selbst wieder zu Chancen. Als Sven Felski allerdings den Puck kurz vor dem Ende des Drittels tief spielte und es mehr nach einem Wechsel der Berliner aussah, setzten Laurin Braun und Mads Christensen nach und schoben die Schiebe im fünften Versuch über die Linie – genau als die Uhr gerade auf Null umschaltete. Erst nach Videobeweis wurde der Treffer von Christensen gegeben.

Das brachte die Berliner in eine sehr komfortable Situation für den letzten Durchgang. Den gingen die Kölner keineswegs sonderlich aggressiv an. Was Ustorf etwas wunderte, für ein Play-off-Spiel vermisste er insgesamt etwas den Körpereinsatz. Was weniger ein Problem der Eisbären darstellt. „Ich bin der Meinung, dass Köln körperlich präsent sein muss, um eine Chance zu haben. Sie waren es nicht, das kann uns nur recht sein“, so Ustorf. Selbst Nickligkeiten konnte er kaum entdecken, ebenso ungewöhnlich für das Play-off.

Ustorf: Machen alles richtig

Für die Eisbären sieht es nun sehr gut aus, was den Einzug ins Halbfinale angeht. Zwei Siege fehlen noch, und Köln wirkt derzeit nicht so, als könnten sie die Berliner daran hindern, in die nächste Runde vorzudringen. Obwohl sie sich steigerten im Vergleich zu ersten Partie. „Wir machen Druck, wir machen alles richtig im Augenblick“, sagte Ustorf. Zu viel loben wollte der Kapitän die Mannschaft allerdings auch nicht, schließlich ist ja noch nichts gewonnen.