Eisbären Berlin

Nastiuk springt im Tor für Zepp ein

Der Torwart der Eisbären, Rob Zepp, legt eine Babypause ein. Für Kevin Nastiuk ist das die große Chance. Am Sonnabend kann er sein Können gegen Straubing unter Beweis stellen.

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Sie heißt Madelyn Rose, wiegt 3.100 Gramm, ist gerade einmal zwei Tage alt und bewirkt trotzdem schon eine ganze Menge. Sie ebnet nämlich den Weg für Kevin Nastiuk in das Tor des EHC Eisbären, zumindest an diesem Freitag. Normalerweise steht ja Rob Zepp im Tor des Tabellenführers der Deutschen Eishockey-Liga (DEL), das ist Madelyns Vater – und der hat angesichts des Säuglings gerade keinen Kopf dafür, Pucks abzuwehren. Gegen Straubing (19.30 Uhr, O2 World) steht also Nastiuk im Tor des Titelverteidigers. „Ich war nicht sicher, ob ich noch mal spielen würde“, sagt der Kanadier. Er hatte eher nicht mehr damit gerechnet. Vielleicht wird es sogar sein letztes Spiel für die Eisbären. Denn angeblich sollen die Berliner Sebastian Elwing vom EHC München als neuen Ersatzmann für Zepp verpflichtet haben.

Nastiuk weiß davon nichts, er gibt als Ziel aus, weiter für die Berliner spielen zu wollen. „Ich muss sehen, was passiert“, sagt der 26-Jährige, der vor zwei Jahren zum EHC gekommen ist, sich aber nur zu Beginn dieser Saison als ernsthafte Konkurrenz für Zepp etablieren konnte.

Obwohl er ihn vielleicht gar nicht mehr eingesetzt hätte in der Hauptrunde, ist Trainer Don Jackson froh, dass Nastiuk vor dem Play-off noch einmal im Tor steht. Weil es wichtig ist, dass er Spielpraxis hat, sollte Zepp ausfallen. „Bei seinen letzten beiden Einsätzen hat Kevin gut gespielt“, so Jackson. Nastiuk selbst ahnt, dass eine schwere Aufgabe vor ihm liegt, Straubing kämpft um Platz sechs und den direkten Einzug ins Viertelfinale, ihm macht der fehlende Rhythmus etwas zu schaffen. „Es ist immer schwer, nach einer Pause wieder reinzufinden“, sagt er.

Neben der Heimpartie am Freitag tritt der Titelverteidiger auch am Sonntag im letzten Spiel der Hauptrunde in der O* World an, und zwar gegen die Kölner Haie (14.30Uhr). Die Ausgangsposition, den Vierkampf an der Spitze als Sieger zu beenden, könnte besser nicht sein. „Wir haben es selbst in der Hand“, sagt Jackson. Für Platz eins gibt es diesmal sogar eine Belohnung von der Liga, der Gewinner der Hauptrunde darf sich im Play-off mit einem silberfarbenen Aufnäher am Trikot schmücken. Das Heimrecht bis ins Finale bringt ihnen auf jeden Fall mehr.