Eishockey

Berliner Eisbären klagen über mentale Aussetzer

Sturz von der Spitze: Nach der verlorenen Partie gegen Düsseldorf sprechen die Eisbären von "mentalen Aussetzern". Verunsichern lassen sich die Berliner jedoch nicht. Hauptsache im Play-off sind alle wieder bei klarem Verstand.

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Ein bisschen hilflos sahen die Spieler aus, die erklären sollten, warum schon wieder eine Partie in die Hosen gegangen war. Mit 2:5 unterlagen die Eisbären den DEG Metro Stars , obwohl die Berliner viele Chancen hatten. Und obwohl der Titelverteidiger in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) erst fünf Minuten vor dem Ende den Ausgleich erzielt hatte. „Es gab einige mentale Aussetzer, das passiert in einer Saison, uns erwischt es gerade jetzt“, sagte Tyson Mulock, der 2:2 geschossen hatte. „Aber das ist mir lieber als in drei Wochen“, fügte er noch an. Da nämlich, im Viertelfinale des Play-off, könnten solche Patzer die Saison ganz schnell beenden.

Jetzt können die Aussetzer lediglich dazu führen, dass die Berliner ihre gute Ausgangsposition verschlechtern. Vor allem das Erzielen von Toren stellt sich derzeit als großes Manko da, und es lässt die Berliner ratlos zurück. „Vielleicht wird irgendwann der Frust zu groß, wenn wir nicht treffen. Wir müssen mehr Geduld haben“, erzählt Verteidiger Frank Hördler. Die Sache als Problem zu betrachten, dagegen verwehrt er sich jedoch.

Es sieht etwas danach aus, als würden die Berliner ihre Sorgen mit einer gewissen Beiläufigkeit betrachten, als würden sie daran glauben, dass sich mit dem Start des Play-off alles von allein wieder ordnet. Das wirkt fahrlässig – und es gefällt offenbar auch Trainer Don Jackson nicht. Der fand deutliche Worte. „Ab dem 2:2 war es ganz peinlich, wir müssen in den Spiegel schauen“, sagte er. Vornehmlich gilt das für alle außerhalb der ersten Reihe, denn nur die Sturmformation um Darin Olver, Florian Busch und Barry Tallackson spielt konstant gut.

Jacksons Augenmerk liegt also darauf, die anderen wieder so hinzubekommen, dass sie ihren Teil beitragen. Nur stimmt in den Reihen zwei bis vier die Chemie nicht richtig. Durch die vielen verletzungsbedingten Änderungen in der Aufstellung fügt sich nicht alles in gewohnter Form zusammen bei den Berlinern, die am Sonntag in München – das Platz zehn und damit das Pre-Play-off im Visier hat – dagegen kämpfen, in der Tabelle auch noch vom zweiten Rang abzurutschen, nachdem sie am Freitag zum ersten Mal seit Anfang Januar ihren Platz an der Spitze hatten räumen müssen.