Eishockey

Berliner Eisbären trotz Niederlage im Viertelfinale

Die Eisbären Berlin unterlagen am Freitagabend mit 2:5 den DEG Metro Stars aus Düsseldorf. Damit verloren sie zwar ihren ersten Platz in der Tabelle, erreichten aber das Viertelfinale.

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Langsam beginnt in der Hauptrunde der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) die Zeit der Entscheidungen. Wer schafft es direkt ins Viertelfinale als eine der besten sechs Mannschaften? Wer muss in die Qualifikation? Spätestens nach den folgenden drei Spieltagen wird darüber Klarheit herrschen, vor allem über die genauen Positionen, die dann auch das Heimrecht bestimmen. Platz eins nach der Hauptrunde würde diesen Vorteil bis ins Finale bedeuten. Ihren ersten Platz in der Tabelle verloren die Berliner am Freitagabend vor 14.200 Zuschauern in der ausverkauften O2 World jedoch an den ERC Ingolstadt. Dafür steht trotz der Niederlage – der EHC unterlag den DEG Metro Stars 2:5 (1:1, 0:1, 1:3) – fest, dass die Eisbären ebenso wie die Ingolstädter als erste Teams das Viertelfinale erreicht haben.

So dynamisch, wie die Mannschaft von Trainer Don Jackson gegen die DEG aus der Kabine kam, wurde der Meister zuletzt nur selten gesehen. Voller Tatendrang rannten die Eisbären über das Eis und erzielten durch Darin Olver ein frühes Tor zum 1:0 (2.). Es war überaus hochklassig, was die Berliner da boten, sie spielten schnell, passten die Scheibe in hübschen Kombinationen. Gerade so, als würden sie den Gegner aus der Halle fegen wollen. Das hätte auch fast funktioniert. Aber: „Wir haben uns genug Chancen herausgespielt, sie aber nicht genutzt“, lautete die Bilanz von Travis James Mulock nach dem ersten Drittel. Selbst in Unterzahl waren die Berliner gefährlicher als die Düsseldorfer, die kaum offensive Aktionen vorweisen konnten. Ihnen jedoch genügte ihre Effektivität, um aus dem ersten Abschnitt mit einem 1:1 herauszugehen. Ben Gordon hatte den Ausgleich markiert (8.).

Zuletzt war es häufiger ein Problem des Titelverteidigers, dass die Ausbeute nicht dem Aufwand entsprach. In drei von vier Partien zuvor trafen sie jeweils nur einmal das Tor. Das war jedes Mal zu wenig, um zu gewinnen. Die diesbezüglichen Sorgen setzten sich auch gegen die DEG fort. Zwar bestimmten die Eisbären die Partie nicht mehr in der Form wie im ersten Drittel. Ein Mangel an Chancen ergab sich daraus dennoch nicht für die Berliner. Doch selbst beste Gelegenheiten wurden irgendwie verdaddelt. Es überraschte daher kaum, dass plötzlich die DEG in Führung ging, als Tyler Beechey frei vor Torhüter Rob Zepp auftauchte (32.).

Das Versagen vor dem Tor verleitete die EHC-Profis öfter dazu, Nerven zu zeigen. Sie handelten sich häufig Strafen ein und mussten in Unterzahl spielen. Eine zusätzliche Belastung, zumal schon wieder drei Spieler fehlten – zusätzlich zu den drei Langzeitverletzten. Neben Richie Regehr und Laurin Braun hatte sich kurzfristig auch noch Constantin Braun mit einer Sprunggelenksverletzung abgemeldet. Deshalb musste Stürmer Sven Felski in der Abwehr aushelfen.

Die Defensive wurde letztlich nicht zur Schwäche der Berliner, vielmehr nahmen die individuellen Fehler generell zu. Ein geschlossenes Mannschaftsspiel fand kaum noch statt. Natürlich wirkte sich das auf die Partie aus, die DEG hatte keine größeren Schwierigkeiten mehr, sich der Berliner zu erwehren. Vielmehr gelang es ihnen, sich besser durchzusetzen und das Spiel zu kontrollieren. Bis plötzlich Tyson Mulock freie Bahn hatte und den Ausgleich erzielte (55.). Doch Patrick Reimer traf wenig später zum 3:2 für die DEG (57.) und besiegelte die Niederlage der Eisbären, die durch Andy Hedlund (58.) und Connor James (58.)och höher ausfiel.