Allstar-Team

Eisbären-Manager Lee kehrt aufs Eis zurück

Mit 56 Jahren greift Peter John Lee für die Eisbären wieder zum Schläger: Mit den Allstars tritt der Berliner Manager beim Pond Hockey Cup in Garmisch-Patenkirchen an. Tore sind dabei garantiert.

Foto: M. Lengemann / Martin Lengemann

Das Wetter fordert es geradezu heraus, die eisigen Temperaturen lassen die Seen zufrieren. Wer Schlittschuhe hat, der benutzt sie jetzt draußen. Selbst die Profis. Ist ja auch ein guter Werbegag. Also trainierten die Hamburg Freezers aus der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) dieser Tage publikumswirksam auf der Alster , die Hannover Scorpions wagten sich auf den Maschsee. Da stellt sich nun die Frage: Wann gehen die Eisbären auf den Obersee oder den Orankesee, die ja beide nur unweit des Sportforums in Hohenschönhausen liegen? Die Antwort lautet: gar nicht. Zumindest, was die Profimannschaft betrifft.

Ein paar Berliner versuchen sich aber doch auf dem See, ein Allstar-Team der Eisbären geht an diesem Wochenende in Garmisch-Patenkirchen beim Pond Hockey Cup des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) an den Start. „Wir dachten, das wäre eine gute Idee“, sagt EHC-Manager Peter John Lee, der selbst zum Schläger greift. Dabei assistieren ihm etwa Steffen Ziesche und Nico Pyka, aber auch Torhüter-Legende René Bielke. Dessen Talent wird allerdings nicht zwischen den Pfosten benötigt, denn beim Pond (Teich) Hockey wird ohne Goalie gespielt. Bielke muss also raus aufs Feld.

Eisbären Team zusammen 257 Jahre alt

Aber zum Glück gibt es noch einige andere Änderungen im Vergleich zum richtigen Eishockey. „Zusammen kommen wir auch auf 257 Altersjahre. Wir können nur am Pond Hockey Cup teilnehmen, weil die Eisfläche auf dem See deutlich kleiner ist, als normal“, sagt Bielke. Ein Spiel dauert auch nur 20 Minuten. Gehirnerschütterungen, von denen die Eisbären in der DEL geradezu heimgesucht werden, müssen die Spieler ebenfalls nicht befürchten. Checks sind nämlich nicht erlaubt, Schlagschüsse auch nicht. Lees größte Sorge gilt deshalb dem Wetter. „Hoffentlich wird es nicht zu kalt“, sagt er. Per Anruf wurde aus Bayern schon mal vorgewarnt, die Berliner sollten sich warm anziehen.

Für Lee ist der Spaß auf dem Riessersee gewissermaßen ein Ausflug in die Vergangenheit. „Ich habe als Kind auch draußen angefangen“, sagt er. Lee hat sogar noch Fotos davon. Es war zwar kein Natureis, sondern eine künstlich angelegte Fläche unter freiem Himmel, aber sonst waren die Bedingungen ähnlich damals in Kanada. Nun ist es allerdings viel schöner – mit der Zugspitze im Hintergrund. Bei Olympia 1936 wurde dort das Eishockeyturnier ausgetragen.

Über 500 Spieler

Jetzt gibt es den Cup schon zum zweiten Mal, die Zahl der Teams ist gegenüber dem Vorjahr deutlich angewachsen. Über 500 Spieler kämpfen Sonnabend und Sonntag auf etlichen Feldern in verschiedenen Kategorien um Pokale. Vielleicht haben sogar die Eisbären Allstars eine Chance, jedenfalls sind sie mit den Eis-Verhältnissen gut vertraut. Sie lassen nämlich den ehemaligen DEL-Profi Andreas Raubal in ihrem Team mitspielen – er war einer derjenigen, die die Spielfläche auf dem See präpariert haben.