Eishockey

Eisbären legen 3:0-Sieg gegen Hamburg hin

Das Spiel gegen die Hamburg Freezers war kein Zuckerschlecken, doch die Berliner setzten sich mit einem 3:0 durch. Es war im vierten Saisonvergleich mit den Hamburgern der vierte Sieg. Dass Julian Talbot wieder mit von der Partie war, half den Eisbären.

Foto: picture-alliance / Augenklick/Ro / picture-alliance

Der Montag zählt bei den meisten Menschen nicht zu den Lieblingstagen. Das Wochenende ist vorbei, der Stress geht wieder von vorn los. Das kostet schon Überwindung, meistens jedenfalls. Von einigen wurde dieser Montag allerdings regelrecht herbeigesehnt. Denn er bedeutete das Ende großer Strapazen, vorläufig zumindest. Endlich ein freier Tag für die Spieler des EHC Eisbären, die gerade innerhalb von weniger als zwei Wochen sechs Partien in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) runterspulen mussten. Sie haben den Ruhetag nötig.

Vor die Erholung hatte der Spielplan allerdings noch die Partie gegen die Hamburg Freezers gelegt. Keine leichte Aufgabe zum Abschluss der beiden harten Wochen, gehören die Hanseaten doch zu den sechs Teams, die sich höchstwahrscheinlich direkt für das Play-off qualifizieren. Das Spiel wurde dann auch ein hartes Stück Arbeit, doch die Berliner setzten sich mit 3:0 (1:0, 0:0, 2:0) durch. Die Bilanz dieser intensiven Spielphase liegt damit bei drei Siegen und drei Niederlagen.

Entspannung der Situation

Nach dem 1:2 gegen München am Freitag hatte Kapitän Richie Regehr kritisiert, seine Mannschaft habe mit etwas zu viel Selbstvertrauen agiert. In dem Glauben, alles werde schon gut. Dem Tabellenführer mangelte es jedoch auch an der Kraft. Insofern kam es Trainer Don Jackson gelegen, dass er Julian Talbot wieder in den Angriff integrieren konnte nach dessen Schulterverletzung. Bei den Eisbären fielen gegen die Freezers also nur noch sieben Spieler aus.

Was bei anderen noch immer eine Katastrophe wäre, gilt beim Meister schon als Entspannung der Situation. Es half dem Team auch deutlich, wieder einen Mann mehr zur Verfügung zu haben. Zumal Talbot zum festen Personal in der Überzahlformation der Eisbären gehört. Wichtiger aber war, dass die Mannschaft sich den Worten des Kapitäns entsprechend bewusster auf dem Eis bewegte. Verspieltes Eishockey, zu dem die Berliner gern neigen, gab es gegen die Freezers nicht zu sehen.

Sehr ruhig, sehr bedacht gingen die Eisbären vor, ohne großes Risiko. „Wir spielen simpel“, erklärte Stürmer Laurin Braun. Das wirkte sich so aus, dass die Pässe dort ankamen, wo sie hin sollten. Schnell und direkt wurde der Weg zum Tor gesucht. Den Gästen wiederum bot der Titelverteidiger nur wenig Gelegenheit, dies ebenfalls zu tun, denn die Abwehr verhielt sich sehr geschickt. Rob Zepp im Tor des EHC hatte weit weniger zu tun als noch zwei Tage zuvor.

An sich war dies anders erwartet worden. Zum einen, weil es ausgerechnet die Hamburger waren, die am Freitag den Augsburger Panthern nach fast einem Jahr ohne Auswärtssieg mit drei Punkten wieder eben jenes Erfolgserlebnis verschafften (1:3). Zum anderen, weil die Freezers es gegen die Eisbären immer besonders gut machen wollen. Beide gehören zum selben Unternehmen, der Anschutz Entertainment Group, die interne Rivalität spornt an. Vor allem den Verein, der öfter im Hintertreffen ist. Und das sind nun mal die Freezers. Allein in dieser Saison hatten sie alle drei vorherigen Aufeinandertreffen verloren. Das vierte und letzte in der Hauptrunde hätten die Hamburger daher gern anders gestaltet.

Busch erzielt ersten Treffer

Sie mühten sich auch. „Beide Mannschaften kämpfen hart. Wir müssen aufpassen, dass wir nicht zu viel machen“, sagte EHC-Neuling Jonathan Sim in der zweiten Pause. Die Berliner führten da 1:0, Florian Busch hatte den Treffer vor den 14.200 Zuschauern in der ausverkauften O2 World in Überzahl erzielt (14.). Es blieb einer der wenigen Momente, in denen Freezers-Torhüter John Curry machtlos war. Der trägt übrigens die Trikotnummer 36, eine Vorlage, die sich die EHC-Fans nicht entgehen ließen. Sie riefen ihn in Anlehnung an den legendären Imbiss am Mehringdamm „Curry 36“.

Die Partie war intensiv, die Berliner wurden oft in harte Zweikämpfe verwickelt, zudem begingen auch die Freezers nur wenige Fehler, was die Partie auf ein gutes Niveau hob. Obwohl wegen der passablen Defensivarbeit auf beiden Seiten nur wenige große Torchancen entstanden. Mehr davon gab es erst, als die Freezers vehementer auf den Ausgleich drängten. Julian Talbot kam so zu einem Alleingang.

An dessen Ende lag der Puck auch im Tor, doch wegen hohen Stocks wurde der Treffer nicht anerkannt. Es machte nichts, zwei Minuten später bekam Talbot einen zweiten Versuch. Diesmal war alles korrekt – 2:0 (52.). Rückkehrer Talbot sorgte damit für die Entscheidung, Barry Tallackson mit einem Schuss ins leere Tor noch für das 3:0 (60.) und auch dafür, dass die Berliner den freien Montag mit einem sehr guten Gefühl angehen können.