DEL-Spitzenspiel

Eisbären fehlen sieben Verletzte in Mannheim

Tyson Mulock ist der nächste Berliner Eisbär mit Kopfproblem. Er erhielt in Nürnberg einen harten Check und leidet unter den Anzeichen einer Gehirnerschütterung. Er ist schon der vierte Spieler innerhalb weniger Wochen mit dieser Verletzung. Und es fehlen gegen Mannheim noch drei.

Foto: picture alliance / dpa

Was soll's? Manchmal dürfen Spielergebnisse nicht zu hoch bewertet werden. Da geht es einfach nur um den Spaß an der Sache, darum, dabei zu sein. Und gut 1000 Fans sind eben nicht bei jedem Auswärtsspiel des EHC Eisbären in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) zugegen. Deshalb feierten die Anhänger des Meisters unverdrossen, auch eine halbe Stunde nach Spielschluss war die Berliner Kurve in Nürnberg noch fast voll. Das 2:6 vorher? Egal. Sven Felskis vermiestes 900. DEL-Spiel? Egal. So viel gute Laue honorierte auch die Mannschaft, obwohl die nur wenig Spaß am Resultat verspürte. Der Bus fuhr erst verspätet ab, weil Spieler und Trainer noch einmal in die Kurve gingen und sich bei den Fans bedankten.

Danach trennten sich die Wege, die meisten Fans machten sich wieder auf nach Berlin, die Mannschaft fuhr erst ins Hotel, dann nach Mannheim. Bis auf einen, Tyson Mulock kehrte am Sonnabend nach Hause zurück. Er kann sich das Spitzenspiel des Tabellenführers beim Zweiten nur im Fernsehen anschauen (Sonntag, 19.05 Uhr, Sky), er erhielt in Nürnberg einen harten Check und leidet unter den Anzeichen einer Gehirnerschütterung. Er ist schon der vierte Berliner neben André Rankel, Constantin Braun und Stefan Ustorf innerhalb weniger Wochen mit dieser Verletzung. „Das macht mir langsam Angst“, sagt Manager Peter John Lee, vor allem angesichts der ausbleibenden Reaktionen der Schiedsrichter – der Check gegen Mulock wurde nicht geahndet – und der Liga. Lee fordert mehr Aufmerksamkeit für das Thema und mehr Schutz für die Spieler: „In Nordamerika geht man besser damit um.“

Manager denkt an Transfers

Die Verletzungssorgen nehmen derweil dramatische Ausmaße an, nicht zum ersten Mal müssen die Eisbären ohne sieben Profis auskommen. Schwierig ist bei den Gehirnerschütterungen zudem die Dauer der Rekonvaleszenz einzuschätzen. „Wir hoffen, dass wir bis zur Pause Anfang Februar wissen, wie es aussieht, um eventuell noch Ersatz verpflichten zu können“, sagt Lee. Das Resultat von Nürnberg will er mit dem nicht unerheblichen Handicap jedoch nicht beschönigen. Ausgerechnet beim bisherigen Tabellenletzten blieben die Berliner nach elf Spielen – zehn davon wurden gewonnen – erstmals wieder ohne Punkt. „Wir waren ein bisschen zu locker, nicht nah genug am Mann“, erzählt Lee. Womöglich war bei dem einen oder anderen das Spitzenspiel gegen Mannheim schon im Kopf. Die Adler verloren übrigens nach einer Niederlage gegen Nürnberg vor einer Woche die Tabellenführung an die Eisbären.

Die werden die Berliner auf jeden Fall behalten, obwohl die Ausgangsposition alles andere als optimal ist. Deshalb geht der Manager die Sache relativ entspannt an und nutzt sie, um sich bezüglich der Zukunft auf die Sprünge helfen zu lassen. „In diesem Spiel kann ich sehr gut sehen, wo wir mit diesem Kader stehen.“ Lee sagt das, weil gerade fünf Spieler im Alter von 18 bis 20 Jahren im Team sind. „Das hilft mir, sie für die Zukunft einzuordnen“, so der Manager. Die Partie gegen die Adler Mannheim dient also letztlich der natürlichen Auslese. Und die könnte derzeit in der DEL tatsächlich auf keinem höheren Niveau stattfinden.