EHC Eisbären

Pederson bekommt Hilfe aus Augsburg

Noch immer hat Denis Pederson nach einer Operation am rechten Knie mit Schmerzen zu kämpfen. Seelische Unterstützung bekommt er von Duanne Moeser, Assistenz-Trainer in Augsburg und Ex-Eisbär, der auch schon einmal an einem Kreuzbandriss litt.

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Vor dem Spiel kam der Schmerz. Erst schwach, dann aber doch so nachhaltig, dass er lieber darauf verzichtete, gegen die Hannover Scorpions aufzulaufen. Es hätte die zweite Partie in dieser Saison der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) werden sollen für Denis Pederson. Erst. Die Monate davor hatte er nur zuschauen können. Weil da dieser Schmerz war in seinem rechten Knie, der von einem Kreuzbandriss herrührte. Zuletzt glaubte der Stürmer des EHC Eisbären, dass alles sei überwunden, fast ein Jahr des Leidens vorüber. Nach nur einem Spiel aber kehrte der Schmerz zurück.

Vielleicht lag es an der Busfahrt, vielleicht war sie einfach zu lang für Pedersons Knie. „Wir wissen das nicht“, erzählt Manager Peter John Lee. Sie wissen überhaupt nicht, was sie dem 36-jährigen Vorzeigespieler sagen sollen. Weil sich kaum einer mit dieser Art der Verletzung auskennt. Zwar hört sich ein Kreuzbandriss nach einer sehr üblichen Sportlerblessur an, selbst beim Tabellenführer der DEL kommt sie häufiger vor. „Aber bei Denis war nicht wie sonst das vordere, sondern das hintere Kreuzband gerissen. Das ist ein ziemlich unbekanntes Feld im Eishockey“, erzählt Lee.

Langer Weg zurück

Das war ein Grund, warum die Rekonvaleszenz bei dem Kanadier so lange dauerte. Dass er es überhaupt zurück aufs Eis schaffte, war nicht selbstverständlich. Als er im März 2010 operiert worden ist, machte der Arzt nicht wirklich Hoffnung. Die Chance, wieder Leistungssport betreiben zu können, läge nur im niedrigen Prozentbereich. Doch Pederson selbst dachte nie an ein Ende der Karriere. Nach der Rückkehr am Freitag beim 3:2 gegen Augsburg strahlte er. „Die harte Arbeit und Geduld haben sich ausgezahlt, das Knie hat gut reagiert“, so der Angreifer. Vielleicht hat er sich zu früh gefreut. Durch den Verzicht auf das Spiel in Hannover, das die Eisbären trotz sieben Ausfällen 3:2 gewannen, wurde es nämlich nicht besser. Am Mittwoch ging Pederson immerhin zum Training aufs Eis. Aber: „Es fühlte sich nicht besonders gut an.“ Am Donnerstag will er es wieder versuchen. Danach wird entschieden, ob er besser einen Arzt konsultiert.

Helfen würde ihm ja schon, wenn er mit jemandem reden könnte, der sich damit auskennt. Deshalb ist Manager Lee auf die Suche gegangen – und fündig geworden. Und zwar in Augsburg. Assistenz-Trainer Duanne Moeser litt auch mal an einem Riss des hinteren Kreuzbandes. „Ich kam mir schon komisch vor, jemanden von einem anderen Klub zu fragen, ob er mit meinem Spieler sprechen kann“, sagt Lee. Moeser aber, einst selbst mal im Eisbären-Trikot unterwegs, sagte sofort zu. Lee gab also Pederson die Telefonnummer, er kann sich nun ein paar Einschätzungen holen. Moeser spielte damals noch sieben Jahre nach seiner Verletzung. Das ist bei Pederson in jedem Fall auszuschließen. Bis Saisonende spielen zu können, würde ihm schon reichen.