Eishockey

Warum die Eisbären 2012 wieder Meister werden

Ob Spielstärke, Ausgeglichenheit oder Erfahrung: Sieben Gründe, warum die Berliner Eisbären an die Spitze der Liga gehören und dieses Jahr sogar einen Rekord aufstellen könnten.

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Den Spielern des EHC Eisbären kommt es sicher entgegen, sie können am Sonntag ausruhen, sich erholen. Für sie steht nämlich kein Einsatz im Spielplan der Deutschen Eishockey-Liga (DEL). Auf der anderen Seite kann sich das auch nachteilig auswirken, denn während die Berliner pausieren, spielen die Adler Mannheim und können sich wieder an die Spitze der Liga setzen. Die haben die Eisbären gerade erst übernommen, und der Klub würde sie auch gern behalten. Spätestens am Dienstag besteht allerdings die Chance, sich wieder nach vorn zu schieben, da spielen die Berliner – und Mannheim nicht. Doch die Aussichten, am Ende der Hauptrunde ganz vorn zu stehen und als Erster in Play-off zu gehen, sind recht gut. Morgenpost Online nennt ein paar Gründe dafür.

Die Spielstärke

Wenn die Eisbären nicht überdrehen, heißt, nicht zu selbstverliebt am Puck hängen, sondern ihn schnell laufen lassen, sind sie kaum aufzuhalten. Denn die Mannschaft ist über viele Jahre gewachsen, kaum jemand muss sich groß an etwas gewöhnen. Die Eisbären sind einfach das am besten eingespielte Team in der ganzen Liga, das zudem über viele Profis verfügt, die individuell ebenso zum Besten der DEL gehören.

Die Geschlossenheit

Egomanisches Gehabe gibt es bei den Berlinern nicht. Bei ihnen gilt das Motto: Einer für alle, alle für einen. Beim 3:2 am Freitag gegen Augsburg war das gut zu sehen. Als Team haben die Eisbären das 0:2 wettgemacht. „Das sagt etwas über den wahnsinnigen Charakter in unserer Mannschaft“, erzählte Stürmer Florian Busch. Jeder ist bereit, für den anderen einzuspringen und Fehler der anderen auszubügeln. So stand etwa Denis Pederson nach seiner fast elfmonatigen Pause erstmals wieder auf dem Eis und hatte zunächst einige unglückliche Momente, seine Reihe war an beiden Gegentoren beteiligt. Doch ein Comeback mit einer Niederlage wollte das Team verhindern. Auch haben sich Spieler wie Darin Olver oder Barry Tallackson, die eigentlich an der Spitze der DEL-Scorerliste zu Hause sind, mit dem Wechsel nach Berlin im Sommer von den Spitzenwerten verabschiedet. Wichtiger ist es ihnen, Meister zu werden.

Die Ausgeglichenheit

Als Olver und Tallackson noch in Augsburg spielten, reichte es, die beiden auszuschalten, um damit Augsburg auszuschalten. Nach dem Spiel gegen Augsburg sagte Panther-Trainer Larry Mitchell: „Wir haben Olver und Tallackson gut gedeckt, aber bei Berlin kommt dann eben ein anderer.“ 15 Spieler der Eisbären haben bereits im zweistelligen Bereich gepunktet, so viele wie nirgends sonst. Das ist eine der großen Stärken der Eisbären, dass sie nicht auf einige wenige Profis festgelegt sind, um zu gewinnen. Selbst die vierte Reihe des Titelverteidigers ist stark besetzt, im Moment sogar sehr prominent mit Rückkehrer Denis Pederson. Die großen Verletzungssorgen fallen so kaum ins Gewicht, auch weil die jungen Spieler ihre Ligatauglichkeit gerade demonstrieren.

Die Verbesserungen

Aufgrund prominenter Abgänge mussten die Eisbären etwas umbauen. Das gelang sehr gut, die „richtige Mischung aus Fähigkeiten und Charakter“ habe Manager Peter John Lee gefunden, lobt Trainer Don Jackson. Drei der vier Zugänge gehören zu den Top-Scorern im Team, eine beeindruckende Quote. So kommen die Berliner auf mehr Offensivkraft als vorher. Zudem haben sie sich aber auch defensiv deutlich verbessert. Lediglich eine Mannschaft hat weniger Gegentreffer hinnehmen müssen. Die Tordifferenz der Eisbären ist die mit großem Abstand beste in der DEL.

Die Erfahrung

Kein Kader in der Liga weiß besser, was zu tun ist, um Meister zu werden. Gut ein Drittel des Teams hat alle fünf Titel miterlebt, die Hälfte zwei oder mehr. Drucksituationen sind deshalb kein Problem für die Berliner, sie haben über die Jahre an den Lösungen gearbeitet. Rückschläge machen sie daher nicht nervös. Das Selbstvertrauen und der Glaube an die eigene Stärke ist bei den Eisbären so ausgeprägt wie nirgendwo anders.

Die Konkurrenz

Die hat wahrlich nicht geschlafen, besonders Mannheim hat sich als großer Herausforderer erwiesen. Auch Ingolstadt, Hamburg und Wolfsburg sind zu beachten. Bei allen haben die Kader jedoch starke Änderungen erfahren, es wäre also viel Glück nötig, um am Ende der Hauptrunde in der Tabelle ganz vorn zu stehen oder sogar Meister zu werden. Hinzu kommt das Wissen um die Vorzüge der Berliner, die bei den Gegnern mehr als nur Respekt erzeugen. „Sie spielen wie ein Uhrwerk“, sagt Hannovers Trainer Anton Krinner.

Die Serie

Theoretisch kann ohnehin wenig schief gehen. Ihre Titel gewinnen die Eisbären ja nach einem klaren Muster. Zweimal in Folge feiern, dann einmal aussetzen. 2005 und 2006 wurde gewonnen, 2007 nicht, 2008 und 2009 gab es wieder großen Jubel, 2010 nicht. 2011 gelang Titel Nummer fünf, 2012 ist also der sechste und damit der DEL-Rekord fällig. Manager Lee sagt dazu nur: „Wir sind auf einem guten Weg.“