Eishockey

Eisbären feiern Tabellenführung und Pederson

Einer stand noch unter dem riesigen Eisbärenkopf aus Plastik. Einer, auf den alle gewartet hatten.

Über zehn Monate war er nicht mehr dabei gewesen, und weil er zu den Spielern gehört, die bei den Fans den größten Kredit besitzen, begann das Raunen schon, bevor der Name von Denis Pederson durch den Stadionsprecher ertönte. Es wurde laut, immer lauter, dann sprang der Stürmer unter dem Plastikmonster hervor, flankiert von zwei Stichflammen - und durch die Arena hallte eine Welle von Denis-Pederson-Sprechchören. Er war wieder zurück auf dem Eis, der "big daddy" des Meisters, wie ihn Trainer Don Jackson nennt.

Den Kanadier spielen zu sehen, dessen Karriere wegen einer schweren Knieverletzung gefährdet war, war für viele der Anhänger eigentlich Erlebnis genug. Gehört der 36-Jährige doch zu denen, die das Gesicht des EHC Eisbären in den vergangenen Jahren geprägt und großen Anteil an den fünf Meisterschaften in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) haben. Sein Comeback allerdings erfuhr noch eine besondere Krönung. Schließlich hatten die Berliner nach der Niederlage der Adler Mannheim am Nachmittag die Chance, die Tabellenführung zu übernehmen, erstmals seit dem ersten Spieltag. Und das klappte, die Eisbären gewannen gegen die Augsburger Panther 3:2 (0:2, 1:0, 2:0).

Trügerische Statistik

An sich schien der Sprung an die Spitze nicht das schwierigste Unterfangen zu sein. Denn Augsburg ist das mit Abstand schlechteste Auswärtsteam der Liga. Im gesamten Jahr 2011 gelang den Schwaben nur ein Drei-Punkte-Sieg auf fremdem Eis. Diese Saison noch gar keiner, nur einmal konnten sie nach Verlängerung gewinnen. Doch Statistiken nützen nicht immer wirklich etwas. Dann hätten die Berliner schließlich auch bald deutlich führen müssen, gaben sie doch fast dreimal so viele Schüsse auf das Tor ab als die Gäste.

Die Eisbären dominierten also die Partie weitgehend. Dabei half ihnen auch Pederson, er ist ein guter Bullyspieler und gewann viele Anspiele. Die Rückkehr war nicht leicht für ihn, er wusste nicht, wie das Knie unter der Wettkampfbelastung reagieren würde. Manchmal wirkte er vorsichtig, ein ungewohntes Bild bei einem Hünen wie Pederson. Und er hatte auch Pech mit dem Stellungsspiel seiner Reihe. In die Berliner Überlegenheit fielen zwei Treffer für Augsburg, beim ersten war er auf dem Eis (13.), beim zweiten wechselte seine Reihe unglücklich (17.).

Die Tabellenführung war in weite Ferne gerückt. Allerdings spielten die Eisbären weiter nach vorn. Und so drehten sie die Partie. Frank Hördler, der wenig später nach einem Treffer im Gesicht mit Verdacht auf Kieferbruch ins Krankenhaus musste, erzielte den Anschluss (23.), Florian Busch das 2:2 (41.) und Sven Felski das 3:2 (46.). Das machte den Abend vor 14 200 Zuschauern in der ausverkauften O2 World zu einem ziemlich gelungenen: Pederson ist wieder da und mit ihm auch der Platz an der Spitze.