Eishockey

Eisbären-Manager Lee twittert Berliner zum Sieg

Beim 3:1-Erfolg in Hamburg ließ Eisbären-Manager Peter John Lee die daheim gebliebenen Fans erstmals per Twitter an seiner Sichtweise des Spiels teilhaben. Dabei bewies er geradezu hellseherische Fähigkeiten.

Foto: M. Lengemann

Wenn Peter John Lee sich auf eine Sache konzentriert, macht es eigentlich nicht so viel Sinn, sich mit ihm zu unterhalten. Multitasking ist nicht so sein Ding. Daher durfte es den einen oder anderen verwundern, dass der Manager des EHC Eisbären sich der hypermodernen Kommunikation hingibt während eines Spiels der Berliner in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL). Beim Duell am Sonntag in Hamburg twitterte Lee nämlich erstmals live von einer Partie .

„Ein Spiel auf hohem Niveau. Momentan hätten es beide verdient zu gewinnen“, zwitscherte er etwa in der zweiten Pause. Kleinigkeiten würden das Spiel entschieden, „vielleicht eine Strafe“, schrieb Lee. Er lag damit genau richtig, die Eisbären gewannen 3:1 (0:0, 1:1, 2:0), weil sie eine Überzahlsituation nutzten.

Meldungen im Minutentakt

Nach der Partie müssen dem Manager die Finger etwas lahm gewesen sein. Fast im Minutentakt schickte er am Ende seine Meldungen und vermittelte denen, die das Spiel nicht sehen konnten, so etwas wie Nähe. Nebenbei beantwortete er auch noch Fragen. Ob er lieber mit Bus oder Bahn unterwegs ist etwa. Meist fliege er lieber, teilte er mit. Lee erklärte auch noch mal genau, was passiert ist, als Frank Hördler von Serge Aubin in die Bande gecheckt wurde und sich dabei im Gesicht verletzte.

Es war die entscheidende Szene des Spiels, denn in der fünfminütigen Überzahl erzielten die Berliner das 2:1 (52.). Der Treffer von Jim Sharrow war allerdings kurios, sein Schuss wurde von Torhüter John Curry abgewehrt, doch die Scheibe sprang weit nach oben. Als sie wieder herunterkam, prallte sie auf den Fuß des Goalies und von dort ins Netz. Lee twitterte gleich, dass irgendwann einmal ein ähnliches Tor gegen die Eisbären gefallen sei, 2005 mit Olaf Kölzig im Tor.

Hamburg ein starkter Gegener

Ein einfaches Spiel war es nicht für die Berliner, Hambur g forderte den Meister ordentlich. Doch die Eisbären agierten sehr solide, hinten sicher und kontrolliert nach vorn. „In den letzten Spielen waren wir sehr gut in der Defensive“, sagte der zufriedene Trainer Don Jackson nach dem vierten Sieg in Folge und nur vier Gegentreffern.

In der erstmals seit drei Jahren mit 12.545 Zuschauern ausverkauften Hamburger Arena leitete Travis Mulock den Erfolg ein mit einem Treffer in Unterzahl (24.). Zwar konnte Gerrett Festerling ausgleichen (36.). Doch die Unbeherrschtheit von Aubin ebnete den Eisbären den Weg. Als die Freezers den Torhüter zugunsten eines weiteren Feldspielers vom Eis nahmen, traf Sharrow sogar noch zum 3:1 ins leere Tor (60.). Schon am Dienstag werden sich beide Teams nun wiedersehen, dann in Berlin. Bevor die Eisbären wieder dorthin fuhren, gab es noch ein Steakessen in Hamburg, twitterte der Manager.