Eshockey

Eisbären haben gegen Nürnberg leichtes Spiel

Die Eisbären haben Tabellen-Schlusslicht Nürnberg mir einem 6.1 souverän besiegt. Dass die Berliner dabei auf sechs Stammspieler verzichten musste, fiel kam auf. Sie zeigten gegen die Franken seit langem mal wieder ein überzeugendes Heimspiel.

Gut, dass die Eisbären ihre eigene Loge haben in der O2-World. Bei ihren Spielen in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) ist die Halle ja meist ziemlich voll, freie Plätze zu finden also schwierig. Doch genau davon benötigen die Berliner gerade eine ganze Menge. Gut also, dass sie die Loge haben, denn dort sitzen inzwischen fast so viele verletzte Spieler wie auf der Bank unten am Eis gesunde. Sechs waren es am Freitag, die gegen die Nürnberg Ice Tigers ausfielen.

Dort oben saßen auch nicht irgendwelche Profis, Stefan Ustorf war unter ihnen, Denis Pederson, auch Darin Olver. Spieler mit wichtigen Rollen. Um so erstaunlicher daher, dass ihr Fehlen nicht auffiel. Als wären sie frei von Problemen, zeigten die Berliner gegen die Franken seit langem mal wieder ein überzeugendes Heimspiel und fertigten den Gegner mit 6:1 (3:1, 3:0, 0:0) ab. Das Argument, dass die Gäste der Letzte der Tabelle sind, zählt dabei nur bedingt. Schließlich hatten die Ice Tigers am vergangenen Wochenende den ERC Ingolstadt mit einem 7:1 von der Tabellenspitze gezerrt.

Zu verdanken hatten die Eisbären ihren Erfolg zuvorderst einem recht guten Überzahlspiel. Die Fertigkeiten in dieser Disziplin wurden vor allem im ersten Drittel benötigt, da Schiedsrichter Roland Aumüller sehr konsequent jedes Vergehen ahndete. Besonders auf der Strafbank der Gäste sorgte das für einiges Gedränge. Richie Regehr bot es die Gelegenheit für einen seiner gefürchteten Distanzschüsse, der mit zwei Mann mehr auf dem Eis die Führung brachte (5.). Auch Jim Sharrow (13.) und André Rankel (14.) trafen bei numerischer Überlegenheit. Aber auch andersherum passte es diesmal gut bei der Mannschaft von Don Jackson. Denn Aumüller verteilte die 67 Strafminuten im ersten Abschnitt keineswegs einseitig. Kurz nach dem überraschenden Anschluss durch Alexander Oblinger (17.) waren auch die Berliner um zwei Spieler dezimiert – vermieden aber einen Gegentreffer. Das gab ihnen noch mehr Auftrieb, Sicherheit und Mut. Und das Spiel nahm fortan einen lockerleichten Verlauf.

Plötzlich bekamen die Fans auf den Rängen wieder Dinge zu sehen, die sie zuletzt vermisst hatten. Der Puck lief geschmeidig durch die Reihen der Eisbären, die sich schnell und immer mit dem Gefühl für die richtige Position bewegten. Ein hübsche Kombination von Laurin Braun und Daniel Weiß, die gerade mit dem deutschen Perspektivteam zweimal Russland geschlagen haben, führte zum 4:1 (28.). Sven Felski wurde mustergültig von Travis Mulock bedient und erzielte das 5:1 (29.). Spätestens da hatte Nürnberg genug und stellte seine Bemühungen ein. In ihrer Verzweiflung spielten die Gäste vor dem eigenen Tor kreuz und quer – bis Barry Tallackson einen Pass abfing und das 6:1 daraus machte (31.). Das hob die Stimmung auf den Rängen, die Fans hatten so ein Spiel mal wieder gebraucht. Die Eisbären ohne Zweifel auch, zumal die nächste Heimaufgabe am Dienstag gegen Hamburg, zugleich nächster Auswärtsgegner morgen, schwerer werden dürfte.