Eishockey

Eisbären-Trainer Jackson krempelt das Team um

Auf die Eisbären wartet ein hartes Wochenende. Nach zwei Niederlagen spielen sie gegen Ingolstadt und Wolfsburg, die beide in der Tabelle vor den Berlinern stehen. Trainer Don Jackson hat weitreichende Veränderungen innerhalb der Mannschaft vorgenommen.

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Vor knapp zwei Wochen hatte Don Jackson, Trainer des EHC Eisbären, angekündigt, den Druck auf seine Mannschaft zu erhöhen. Gemerkt hatten die Spieler davon zwar nichts, aber es hörte sich zumindest gut an. Zwei Spiele und Niederlagen später war Jackson dann richtig sauer und sagte, er würde einiges verändern beim Titelverteidiger der Deutschen Eishockey-Liga (DEL). Diesmal machte er ernst, streute Konditionseinheiten ein, mischte die Reihen neu, besprach taktische Details. War er soweit zufrieden mit der Wirkung der Maßnahmen? „Das weiß ich erst morgen nach dem Spiel“, sagte der Coach nach dem Abschlusstraining am Donnerstag.

Die Spieler jedenfalls sind gewillt zu zeigen, dass die zurückliegenden Tage etwas gebracht haben. Schon aus einem Grund: „Wir haben uns vorgenommen, nicht mehr montags trainieren zu müssen“, sagt Stürmer André Rankel. Es war eine der Änderungen des Trainers, er ließ die Profis am sonst freien Montag kräftig schwitzen . Dafür gönnte er ihnen allerdings am Mittwoch einen freien Tag, was nicht mehr sonderlich konsequent wirkte. „Es ging darum, einen Impuls zu setzen und etwas anders zu machen“, so Verteidiger Frank Hördler.

"Befreiter aufspielen"

Für Hördler und Rankel sind die Folgen der Unzufriedenheit des Trainers aber noch weitreichender. Sie laufen in neuen Formationen auf. Vor allem im Angriff erhofft sich Jackson dadurch große Effekte. „Diese Umstellung ist völlig gerechtfertigt“, sagt Rankel, der aus der Paradereihe des Play-off mit Stefan Ustorf und Travis Mulock nun zu Mads Christensen und Laurin Braun versetzt wurde und durch Julian Talbot in der alten Reihe ersetzt wird. Es soll helfen, die festgefahrenen Automatismen bei Rankel, Ustorf und Mulock aufzubrechen. „Vielleicht kann ich jetzt befreiter aufspielen“, sagt Rankel, der zuletzt mit seiner Reihe nur wenig zum Spiel beitragen konnte.

Nach den heftigen Niederlagen zuletzt müssen jedoch nicht nur einzelne, sondern die Eisbären als Mannschaft zu sich finden. „Es ist wichtig, dass wir unser Selbstvertrauen zurückgewinnen“, sagt Hördler. Was gegen die starken Kontrahenten in Ingolstadt am Freitag und in Wolfsburg am Sonntag nicht einfach wird, beide liegen in der Tabelle vor den Berlinern. Gelingen soll es dennoch, und zwar mit dem gleichen Stil wie immer, nur diesmal ohne Schnörkel – also schlicht mit einfachem Spiel zum Tor und schnellen Pässen. „Wir müssen uns dabei aber auch auf die Defensive konzentrieren“, sagt Rankel. Voraussetzung dafür sei, dass alle füreinander arbeiten.

Nicht gefallen hatte dem Trainer jüngst auch das Überzahlspiel. Deshalb wurde es verstärkt geübt. Jede Formation bekam genaue Ansagen zu den Lauf- und Passwegen. Jackson wirkte dabei sehr engagiert, ging bei den Ausführungen der Übungen mit dem Körper mit, als spielte er selbst noch, was sonst nicht seine Art ist. Es war diesmal also wirklich keine Woche wie jede andere beim Meister. Sollten sich die Maßnahmen als gut bewähren, hätten sie vielleicht Potenzial, dauerhaft übernommen zu werden. Auch wenn der Montag den Spielern als Trainingstag offenbar nicht ganz in den Kram passt.