Eishockey

Zepp sichert den Eisbären Sieg in Hannover

Manchmal wirkt Don Jackson eher wie ein zu groß geratener Teddybär. Mit seinem schelmischen Grinsen und seiner leisen, weichen Stimme erweckt er nicht gerade den Eindruck, ein Mann konsequenter Entscheidungen zu sein. Doch der Trainer des EHC Eisbären kann das.

Er hat es schon öfter gezeigt, ließ nach einem schlechten Spiel mal die ganze Mannschaft in der Kabine nachsitzen. Oder steckt EHC-Dauerbrenner Sven Felski ohne Ansehen von Person und Verdienst bevorzugt in die vierte Reihe.

Derzeit fährt der US-Amerikaner auf einem anderen Gebiet eine überaus konsequente Linie. Bei den Hannover Scorpions setzte Jackson nun bereits im sechsten Saisonspiel des Titelverteidigers in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) auf die Rotation im Tor. Gestern durfte Rob Zepp helfen, die Niedersachsen 3:1 (1:1, 1:0, 1:0) zu bezwingen. Er tat es mit einer ansprechenden Leistung, musste einige Male gegen allein vor ihm auftauchende Hannoveraner in höchster Not retten.

Für Zepp ist das eine völlig ungewohnte Situation. Er gehört eigentlich zu den Vielspielern, zu denen, die am liebsten immer im Tor stehen würden und es nur ungern hergeben. Selbst wenn die Saison mit über 60 Partien keinen Mangel an Einsatzmöglichkeiten bietet. Bislang wurde bei den Eisbären auch oft den Wünschen des Torhüters entsprochen. Die drei Meistertitel, die er mit den Berlinern gewonnen hat, legitimierten das. Nun aber hat Jackson Zepp die permanente Spielberechtigung entzogen, er muss sich abwechseln mit Kevin Nastiuk - weil der zum einen in der Vorbereitung die besseren Leistungen zeigte. Zum anderen ist der 26-Jährige ein sehr talentierter Torhüter, der mit sporadischen Einsätzen kaum mehr abzuspeisen ist. Für Jackson stellt sich das momentan als recht komfortable Konstellation dar. Beide Torhüter stehen in einem harten Wettkampf, pushen sich daher gegenseitig. Dort will Zepp natürlich nicht hin, er muss es auch nicht befürchten. Sein Anteil am Sieg bei den Scorpions war nicht unerheblich. Lange ging es sehr eng zu zwischen dem Meister von 2010 (Hannover) und dem von 2011 (Berlin). Es dauerte eine ganze Weile nach dem frühen 0:1 in Unterzahl - Jens Baxmann musste mit einer Spieldauerstrafe wegen Hohen Stocks hinaus, konnte sich aber so mehr seinen aus dem Harz angereisten Verwandten auf der Tribüne widmen - durch Ryan Maki (3.). Die Scorpions drängten stark nach vorn und erarbeiteten sich ein paar gute Chancen. Zepp aber parierte sicher mit Stock, Schoner und Fanghand. "Er hatte starke Saves, das Spiel hätte da auch in einen andere Richtung gehen können", sagte Jackson.

Der Torhüter hielt sein Team im Spiel, das sich später etwas mehr in die andere Richtung verlagerte. Dabei half auch das bisher so schwache Powerplay, in dem Barry Tallackson einen Schuss von Richie Regehr ins Tor lenkte (18.). Ein Alleingang von Tyson Mulock brachte die Eisbären dann in Führung (31.), André Rankel entschied das Spiel für den Titelverteidiger (43.). Einen weiteren Treffer für Hannover wollte Zepp unbedingt vermeiden. Konkurrent Nastiuk hatte ja am Sonnabend beim 5:1 gegen Straubing auch nur ein Gegentor kassiert. Das Vorhaben gelang.