Eishockey

Eisbären schlagen Augsburg an Felskis Geburtstag

Die Eisbären haben die Augsburger Panther im Penalty-Schießen geschlagen. Trotz eines 3:2-Siegs rutschte der Titelverteidiger in der Tabelle um einen Platz auf Rang fünf ab. Dennoch gab es Prosecco: EHC-Oldie Sven Felski feierte Geburtstag.

Eigentlich bevorzugt Sven Felski ja eher ein Bier. Aber das wäre als Präsent natürlich nicht wirklich angemessen gewesen. Es würde wohl auch etwas komisch aussehen, eines vor 14.200 Zuschauern überreicht zu bekommen, dazu noch vor einem Spiel. Also entschieden sich die Eisbären, ihrem ewigen Profi einen Strauß Blumen zu übergeben. Und eine Magnumflasche Prosecco. Darüber wird sich seine Frau wahrscheinlich mehr freuen als er selbst, aber die Geste zählt. Felski wurde am Freitag 37 Jahre alt – und dafür vor der Partie gegen die Augsburger Panther von den Fans bejubelt.

Felski kennt solche kleinen Zeremonien, er hatte ja schon öfter an Spieltagen in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) seinen Ehrentag. Schlussendlich war es ein freudvoller, die Eisbären gewannen 3:2 (0:0, 1:1, 1:1, 0:0, 1:0). Für den Stürmer persönlich hätte der Geburtstag aber schon etwas schöner ausfallen können. Trainer Don Jackson gab ihm als Geschenk nur einen Platz in der ungeliebten vierten Reihe mit. Dort verbringt man wenig Zeit auf dem Eis, dafür ganz viel auf der Bank.

Eingeschränktes Vertrauen

Auch daran ist der Berliner inzwischen gut gewöhnt. Seine Rolle in der Mannschaft verlagerte Jackson in jüngster Zeit sukzessive in die hintere Garde. Er vertraut dem Spieler, der sein ganzes Leben bei diesem einen Klub verbracht hat, nicht mehr bedingungslos. Darüber ist der Angreifer ziemlich enttäuscht, aber er spielt einfach noch zu gern, um aufzuhören. Beschäftigt hatte er sich in der vergangenen Saison mit diesem Gedanken, diesmal könnte es tatsächlich sein letzter Geburtstag auf dem Eis gewesen sein.

Diese Überlegung, sagte Felski, habe er jedoch nicht mit sich herumgetragen. Er konzentriere sich erst einmal auf die Saison. Die war gerade für gut zwei Wochen unterbrochen wegen der Spiele der Nationalmannschaft. „Wir hatten eine Woche komplett frei, die Pause tat uns gut“, erzählte Felski. Neue Energie habe sie der Mannschaft gebracht. Belegen ließ sich diese Einschätzung nicht. Die Partie lief eher ruhig ab, das Spiel war schwerfällig, es gab viele Missverständnisse. Einmal lud Jim Sharrow den Augsburger John Zeiler per Fehlpass zu einem Sololauf ein, den Torhüter Rob Zepp gerade noch aufhalten konnte (13.). Überhaupt musst der Goalie der Berliner zunächst mehr eingreifen als Kollege Leonardo Conti auf der anderen Seite. Denn die Eisbären brachten lange keine klaren Aktionen zum Tor zustande.

Fast sah es dann so aus, als würde ausgerechnet Felski das erste Gegentor der Eisbären begünstigen, als er die erste Strafzeit der Berliner kassierte. Das Überzahltor der Gäste fiel jedoch erst, als Travis Mulock auf der Strafbank saß, Gregory Moore war der Schütze (32.). Aus dem normalen Spiel heraus konnten die Eisbären das nicht korrigieren, auch ein Spieler mehr genügte dazu nicht. Erst in doppelter Überzahl gelang Richie Regehr mit einem Schlagschuss der Ausgleich (37.).

Busch sichert den Erfolg

Doch das Spiel der Berliner blieb unstrukturiert, Fehler nahmen den Angriffen immer wieder den Schwung. Die Pause erwies sich eher als Rhythmusbremse denn als Energielieferant. Bei den Augsburgern wurde dies weniger deutlich. Sie beschäftigten die Berliner zunehmend in deren Defensivzone. Bezeichnend war, dass der Meister eine seiner besten Chancen per Konter bekam, was in der O* World eher selten der Fall ist. Dafür zeigten sich die Berliner diesbezüglich sehr effektiv. Nachdem Travis Mulock den Puck erobert hatte, beförderte André Rankel ihn zum 2:1 ins Tor (44.). Über die Zeit retten konnten die Eisbären diesen Vorsprung nicht. Brain Roloff glich in Überzahl aus (56.). Die Panther hatten sich diesen Punkt verdient. Mit Glück holten sich die Eisbären den zweiten und damit den Sieg im Penaltyschießen durch Florian Busch. Obwohl Penalties eine Spezialität von ihm sind, durfte Felski nicht schießen. Die Fans feierten ihn nach Spielende trotzdem.