Olver und Tallackson

Eisbären-Trainer zählt auf sein Spitzenduo

Im Spiel gegen Augsburg erwartet Don Jackson Konstanz von Darin Olver und Barry Tallackson, die beide schon bei den Schwaben gespielt haben. Innerhalb des EHC verschiebt sich wegen der Spitzenspieler nun auch die Hierarchie.

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Die Frage liegt schon nah. Also war Don Jackson auch nicht überrascht, als sie dann tatsächlich kam. Ob er sich denn bei Darin Olver und Barry Tallackson ein bisschen über die Augsburger Panther erkundigt habe? „Nein, ich habe nicht mit ihnen über Augsburg geredet“, sagte der Trainer des EHC Eisbären vor dem Spiel am Freitag gegen die Schwaben (19.30 Uhr, O2 World). Dort verändere sich nach einer Saison immer so viel, dass die Tipps aus dem alten Spieljahr nicht mehr viel bringen würden.

Also wollte er den beiden, die vergangene Saison noch bei den Panthern unter Vertrag standen und im Sommer zum Eishockeymeister nach Berlin wechselten, nicht unnötig die Zeit stehlen. Jackson konzentrierte sich lieber auf die Arbeit mit seinem Team und darauf, diesem klar zu machen, was er für die nächsten Wochen erwartet. Nach der Länderspielpause geht die Deutsche Eishockey-Liga (DEL) in die zweite Phase der Saison. „Es ist wichtig, gleich gut zu starten und zu punkten. Denn die Liga ist sehr eng“, sagt der Trainer. Auf Platz vier liegen die Eisbären derzeit, Augsburg ist Achter.

Letzteres ist schon erstaunlich, mit Olver und Tallackson, dem besten und dem drittbesten Scorer der Vorsaison, war Augsburg am Ende Tabellenletzter. Ohne die beiden ist die Balance im Team besser geworden, die Offensive ist, genau wie die Eiszeit, auf viele Schultern verteilt und nicht mehr nur auf ganz wenige. Doch auch die Defensive, für die Olver und Tallackson nie viel getan haben, steht jetzt deutlich besser bei den Augsburgern.

Infernalisches Duo findet sich

Gerade Olver, der zwei Jahre in Augsburg verbrachte, Tallackson nur eines, verfolgt den Klub noch immer. „Augsburg war ein Meilenstein in meiner Karriere“, sagt er. Der 26-Jährige hat den Panthern viel zu verdanken, dort wurde er zum Spitzenspieler, nachdem zuvor kaum jemand von ihm Notiz genommen hatte. Als der 28-jährige Tallackson auch noch dazu kam, mit dem sofort eine unglaubliche Chemie entstand, bildeten beide ein infernalisches Duo, das die Gegner erzittern ließ.

Ob dies auch bei einem Spitzenklub so sein würde, war eine offene Frage. Die Antwort haben sie inzwischen gegeben. Sie fanden sich in dem qualitativ weit besseren Umfeld des EHC schnell zurecht. Tallackson ist mit zehn Toren bester Schütze der Eisbären und der Liga, Olver mit sechs Treffern auf Platz zwei im Klub. „Sie haben eine neue Dynamik in die Mannschaft gebracht“, erzählt Jackson. Vorher sei bei den Eisbären in dieser Hinsicht alles festgefahren gewesen, es standen immer Spieler in der Scorerliste vorn, die schon lange da waren. Die Neuen sind sofort in diese Phalanx eingedrungen. Es spricht für die Qualität der beiden Stürmer, und es zeigt, dass sie sich auch unter schwierigen Bedingungen und hohem Konkurrenzdruck durchsetzen können.

Für Jackson verändert so etwas auch die Struktur innerhalb der Mannschaft, die Hierarchie. Als neue Führungspersönlichkeiten innerhalb des Teams möchte der Trainer die beiden allerdings noch nicht bezeichnen. „Ich weiß nicht, ob sie schon soweit sind, Leader hier zu sein“, sagt Jackson. Für so viel Einfluss ist ihre Zeit bei den Eisbären bislang wohl auch noch zu knapp bemessen. Bleibt ihre Leistung auf dem Eis konstant, steht dem Aufstieg auf die Ebene der Meinungsführer bei den Eisbären auf längere Sicht kaum etwas im Weg.