Eishockey

Berliner Eisbären straucheln in Straubing

Die Eisbären Berlin haben bei den Straubing Tigers unglücklich mit 1:2 verloren. Der Siegtreffer für die Niederbayern fiel erst in der zweitletzten Minute. Die Berliner rutschen damit auf den vierten Platz ab und verlieren den Anschluss zu Tabellenführer Mannheim.

Foto: Massimo Rodari

Die Freizeit fing in München an. Bis dahin fuhren die Eisbären noch als Mannschaft, direkt nach dem Spiel in Straubing. Es war das letzte der ersten Phase der Saison. Acht Tage pausiert die Deutsche Eishockey-Liga (DEL) nun, und die Mannschaft des Titelverteidigers hat von Trainer Don Jackson eine Woche lang frei bekommen. Einige Spieler kehrten daher erst gar nicht nach Berlin zurück, sie flogen von München aus in die Heimat oder den Urlaub. Manch einer der Berliner schien in Gedanken den Eintritt in die Pause allerdings schon während des Spiels beim Tabellenvorletzten Straubing Tigers vollzogen zu haben. Der Meister war nicht sehr präsent. „Wir sind nicht drin im Spiel gewesen und nur hinterher gerannt“, sagte Stürmer André Rankel. Die Folge dessen war ein 1:2 (0:0, 0:1, 1:1), die dritte Auswärtsniederlage am Stück.

Diese kleine Statistik trübt die Bilanz des ersten Teilstücks der Saison, das ansonsten ordentlich verlief. Viel besser als vor einem Jahr, als die Berliner nur schwer in die Spielzeit gekommen sind. Diesmal fand sich die Mannschaft trotz größerer Veränderungen als sonst schnell zusammen, die neuen Spieler wie Barry Tallackson, Darin Olver, Julian Talbot und Nick Angell fügten sich gut ein in die Mannschaft, die Torhüterleistungen sind sehr gut. Nur eben die letzten Auswärtsspiele wollten nicht mehr gelingen.

In Straubing war gut zu sehen, woran das lag. Zwar taten die Berliner das, was sie gut können, sie liefen viel. Nur eben meist vom Geschehen weg oder nebenher. Auf die Zweikämpfe verzichteten die Eisbären lieber, sie überließen das körperliche Spiel den Gastgebern. Die praktizierten dies sehr hartnäckig und bedrängten die Berliner damit so sehr, dass die nie richtig zu ihrem Spiel fanden. Straubing war aktiv, zeigte Engagement – und die Eisbären ließen das alles zu, ohne sich zu sehr dagegen aufzulehnen.

Trotzdem waren sie dem Gegner nicht wirklich unterlegen, dafür besitzen die Berliner, bei denen Stürmer Sven Felski wegen einer Erkältung fehlte, eine zu große individuelle Klasse. Außerdem funktionierte das Defensivspiel ganz passabel in Straubing. Nur sehr wenige Konter kamen durch bis zum Tor der Eisbären. Einer davon war von einem Sturz von Verteidiger Angell begünstigt und führte zur Straubinger Führung durch Laurent Meunier (34.). Zwar konnte Travis James Mulock den Ausgleich herstellen (51.), doch kurz vor dem Ende traf der gebürtige Berliner René Röthke in Überzahl (58.) und sorgte für den Sieg der Straubing Tigers, die insgesamt mehr für die Partie getan haben.

Die Chance, von der Schwäche des Tabellenführers Mannheim zu profitieren, der bereits zum vierten Mal in Folge verlor, nutzten die Eisbären also nicht. Dennoch zeigte sich Kapitän Stefan Ustorf mit der ersten Teilstrecke der Saison zufrieden. „Wir haben teilweise sehr gut gespielt. Aber die Pause kommt uns gelegen“, so der Angreifer. Er fliegt jetzt erst einmal zu seiner Familie in die USA. Für drei Berliner ist die Pause allerdings gar keine. Die Nationalspieler Frank Hördler, André Rankel und Barry Tallackson (mit den USA) nehmen am Deutschland Cup teil.