Heimsieg

Eisbären gewinnen Spitzenspiel gegen Ingolstadt

Die Eisbären haben sich vor 14.100 Zuschauern einen knappen 3:2-Heimsieg nach Verlängerung gegen den ERC Ingolstadt erkämpft. Damit halten die Berliner den wichtigen Anschluss zur DEL-Spitze.

Einen Moment lang wurde es Marvin Cüpper mulmig. Ein paar Minuten waren erst gespielt, als Torhüter Rob Zepp auf dem Eis kniete und sich den Kopf hielt. Gerade 17 Jahre alt ist Cüpper, der Nachwuchstorhüter des EHC Eisbären. Weil der zweite Goalie des Meisters, Kevin Nastiuk, wegen eines Infektes fehlte, hatte Trainer Don Jackson Cüpper erstmals ins Aufgebot für die Deutsche Eishockey-Liga (DEL) befördert. Und fast es nun so aus, als würde der Youngster plötzlich eingreifen müssen gegen den ERC Ingolstadt. Es wäre ganz schön viel an neuen Erlebnissen gewesen für einen Tag. Doch Zepp berappelte sich wieder, und Cüpper konnte beim Zuschauen lernen. Etwa, wie sich gute Torhüter aus der Affäre ziehen, wenn es Pucks hagelt. Denn nicht nur Zepp hielt stark, auch sein Gegenüber Ian Gordon. Trotzdem gewannen die Berliner in der Verlängerung 3:2 (0:1, 2:0, 0:1, 1:0).

Für die Eisbären war es nicht nur eine wichtige Partie, um Anschluss an die Spitze zu halten. Sie hatten zwei Tage zuvor in München die meisten Gegentore der bisherigen Saison hinnehmen müssen (3:5). Generell erwartet Trainer Jackson nach Niederlagen, dass die Mannschaft sofort mit einem guten Spiel darauf antwortet. Nach der Partie in München galt das umso mehr. Zumal Jackson außer auf Nastiuk auf keinen weiteren Profi verzichten musste. Zuletzt hatten ja einige Spieler mit einem Infekt zu tun.

Davon war gegen Ingolstadt nichts mehr zu sehen. Sehr intensiv gingen die Eisbären in die Partie, schossen viel und setzten überaus heftig nach. Mit der Zeit wurden die Berliner in ihren Aktionen allerdings ungenauer, das Tempo war wohl doch etwas zu hoch gewesen. So ergab sich nach einem Abspielfehler im Angriff ein Konter, den Joe Motzko zum 1:0 für die Oberbayern nutzte (19.).

Die Partei gewann dadurch, Ingolstadt agierte fortan mit mehr Mut. Das hob das Niveau des Spiels noch etwas an, es wurde deutlich, dass sich zwei der Spitzenmannschaften der Liga gegenüberstehen. Ingolstadt hinterließ dabei mehr und mehr den stärkeren Eindruck, war in den Zweikämpfen kaum noch zu halten von den Berlinern, die in Einzelaktionen verfielen. Eine der wenigen gelungenen Gemeinschaftsaktionen schloss Jim Sharrow eher überraschend mit dem Ausgleich ab (29.).

Offenbar hatten damit auch die Gäste nicht gerechnet. Sie hielten ihre Ordnung nicht mehr konsequent, weshalb Richie Regehr freistehend von der Blauen Linie das 2:1 erzielen konnte (34.). Jedoch ließ sich der ERC davon nicht beeindrucken und kam durch einen Überzahltreffer von Jeff Likens zum 2:2 (46.). Beide Teams besaßen noch einige Chancen, in der regulären Spielzeit zu gewinnen. Doch erst in der Verlängerung gelang Barry Tallckson in einer Überzahlsituation der Siegtreffer (64.) in dieser hart umkämpften Partie.