Eishockey

Berliner Eisbären in Rosa besiegen Hannover

Gegen Hannover sind die Berliner Eisbären in rosa Trikots aufgelaufen - als Zeichen im Kampf gegen Brustkrebs. Dabei gab sich der Meister keine Blöße und siegte souverän mit 6:1.

Foto: Bongarts/Getty Images / Bongarts/Getty Images/Getty

Ein bisschen gewöhnungsbedürftig sah es doch aus, das viele rosa auf dem Eis. Ist eben eine Farbe, die irgendwie nicht so recht zum harten Eishockey passt. Obwohl auf den Tribünen der O2 World schon der Eindruck entstehen konnte, als wäre rosa beim EHC Eisbären ziemlich gängig. Überall tauchten Fans mit den Trikots auf, die auch die Mannschaft gegen die Hannover Scorpions trug als Beitrag im Kampf gegen Brustkrebs. 100 davon waren als limitierte Auflage gestern in den Verkauf gegangen – und eine Stunde vor dem Spiel schon vergriffen. Zugeschlagen hatten überwiegend Frauen. Ist ja auch mehr eine Farbe für sie.

Aber auch die Männer des deutschen Eishockeymeisters machten sich nicht schlecht in pink. Ihr Spiel glich sich nicht dem neuen Outfit an, sie waren bissig, aggressiv und entschlossen. Hannover hatte dem nicht viel entgegenzusetzen. Weshalb es letztlich eine Party in pink wurde, mit einem 6:1 (2:0, 2:1, 2:0) für den Tabellenzweiten der Deutschen Eishockey-Liga (DEL).

Manchen der EHC-Profis konnte es gestern gar nicht rosa genug sein. Einige fädelten sich sogar passende Schnürsenkel in die Schlittschuhe. Die Spotlights in der mit 14200 Zuschauern ausverkauften Arena sendeten ebenfalls entsprechendes Licht aus. Viele Fans trugen dem Anlass würdige Hüte, Mützen oder Tücher. Ihr Ziel, Aufmerksamkeit für diese Krankheit zu wecken, haben die Eisbären also eindrucksvoll erreicht.

Die sportlichen Pläne gerieten darüber nicht in Vergessenheit. Hannover verkaufte sich in dieser Saison trotz großer finanzieller Einschnitte bislang gut und kam als Tabellensechster nach Berlin. Doch der Titelverteidiger hatte nicht vor, ihnen die Chance zu geben, sich wieder stark zu präsentieren. Sicher kombinierten die Eisbären, nutzten ihre Schnelligkeit und übten viel Druck auf die Niedersachsen aus.

Bis der sich in Toren manifestierte, dauerte es zunächst, dann aber ging alles sehr schnell. Laurin Braun erzielte das 1:0 (17.), Frank Hördler traf 24 Sekunden später zum 2:0 (18.), Jim Sharrow erhöhte bald auf 3:0 (22.) und Constantin Braun, der wie Torhüter Rob Zepp seine Teilnahme an den Länderspielen beim Deutschland Cup aus persönlichen Gründen abgesagt hat, sorgte mit dem 4:0 bereits in der 24.Minute mit einem Überzahltor für eine Vorentscheidung.

Zwar durften auch die Gäste noch einen Treffer durch Scott King bejubeln (31.). In Gefahr brachte das den gelungenen Abend, den Tyson Mulock (53.) und Barry Tallackson (58.) noch festlicher gestalteten, jedoch nicht mehr. Die neuen Glückstrikots werden die rosa Leibchen trotz des höchsten Saisonsieges aber nicht, demnächst laufen die Eisbären wieder in den gewohnten Farben auf: in blau und weiß.