Eishockey

Rankel darf wieder für die Eisbären spielen

Wenn die Eisbären Berlin die Hannover Scorpions empfangen, wird André Rankel wieder mit von der Partie sein. Der Flügelspieler war wegen eines Kopf-Checks zuletzt vier Spiele gesperrt worden.

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Kaum war er da, schon ist er wieder weg. Eigentlich hatte sich Toni Ritter im Sommer dafür entschieden, für den EHC Eisbären in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) zu spielen. Dort aber kam der 21-jährige Stürmer noch keine Sekunde zum Einsatz. Die Berliner schickten ihn erst nach Krefeld, von dort kehrte er gerade zurück – und nun verleihen die Eisbären ihn nach Iserlohn. Ob er sich dort an die neue Umgebung gewöhnen kann, wird sich zeigen. Zunächst erhält Toni Ritter einen Probevertrag für nur vier Wochen.

Ritters Pech ist der große Kader der Eisbären, ebenso die große Qualität. Die wird im Vergleich zu den letzten Spielen sogar noch einmal steigen, denn mit Abwehrspieler Frank Hördler und Angreifer André Rankel kehren zwei für den Deutschland-Cup (11. bis 13. November) nominierte Nationalspieler – auch Torhüter Rob Zepp und Verteidiger Constantin Braun gehören zum Aufgebot – am Freitag gegen Hannover in den Kader der Eisbären zurück. Hördler musste drei Wochen wegen einer Schulterverletzung pausieren, Rankel durfte vier Partien nicht mitwirken, weil er wegen eines Checks gegen den Kopf gesperrt worden war.

Rankel musste nicht zum ersten Mal aus diesem Grund aussetzen. Vergangene Saison saß er eine Sperre über sechs Partien ab. Die Regeln werden gerade bei Kopftreffern immer strenger ausgelegt. „Man muss die Spieler schützen“, sagt Rankel. Für ihn kann das allerdings durchaus Probleme mit sich bringen. Nicht weil Rankel unfair spielt. Er ist groß, körperlich stark, ein Profi, der unter anderem von seiner Physis lebt und die zu seinen Vorzügen zählt. Trifft er auf schwächere Spieler, was oft passiert, kann es für diese schmerzhaft werden. Und Rankel kann ohne Absicht leicht den Kopf des Gegners treffen. Wie zuletzt. „Das war ein unglücklicher Zusammenprall, ich wollte die Scheibe spielen und nicht checken“, sagt der Stürmer.

Muss Rankel seine Spielweise nun umstellen? „Wenn ich mir darüber Gedanken mache, würde ich verkrampfen“, sagt der 26-Jährige. Körperspiel gehöre nun mal zum Eishockey, so der Berliner: „Es ist das, was die Leute sehen wollen. Und ich spiele gern hart.“ Checks gegen den Kopf lehnt der dennoch grundsätzlich ab. „Die Liga muss sehen, dass das bestraft wird. Aber nicht erst dann, wenn jemand auf dem Eis liegt“, sagt Rankel. Er selbst hatte im Februar einen Check gegen den Kopf bekommen und fiel wochenlang mit einer Gehirnerschütterung aus. Es gab nicht einmal zwei Minuten, auch deshalb nicht, weil Rankel stehengeblieben war.

Er ist eben ein harter Kerl, einer, der den Eisbären wieder mehr Durchschlagskraft im Angriff bringen soll. Mit nur einem Treffer in Iserlohn war die zuletzt zu gering ausgefallen, um zu gewinnen. „Wir müssen jetzt die richtige Antwort geben“, sagt Trainer Don Jackson.