Eishockey

Berliner Eisbären schlagen Kölner Haie mit 4:2

Der deutsche Meister Eisbären Berlin hat das Nationalmannschaftstreffen der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) am Freitag in der O2 World gegen die Kölner Haie mit 4:2 gewonnen. Im Spitzenspiel standen auf jeder Seite sechs Nationalspieler auf dem Eis.

Foto: dpa / dpa/DPA

Für die Fans ist es ein netter Service. Nicht in allen, aber in den meisten Pausen erzählt ein nach Luft ringender Profi, wie es ihm und seiner Mannschaft gerade so ergangen ist auf dem Eis. Diesmal war Daniel Weiß dran, und das ganz und gar nicht zufällig. Für den Stürmer des EHC Eisbären war das Spiel gegen die Kölner Haie schließlich ein nicht alltägliches. Bei den Rheinländern verrichtet neuerdings sein Bruder Alexander seinen Job. Zum ersten Mal traten beide nun gegeneinander an. An Daniels Gefühlen diesbezüglich sollte die ganze Arena Anteil nehmen, dachten sich die Eisbären und schickten ihn vor die Kamera. Wirklich viel zu berichten hatte er aber nicht. „Wir haben uns auf dem Eis kurz angelächelt. Mehr Zeit war nicht“, sagte er. Sie waren ja auch vor allem da, um zu spielen.

In der persönlichen Statistik erfolgreicher war am Ende keiner der beiden Weiß-Brüder. Aber Daniel ging etwas glücklicher nach Hause, denn die Eisbären setzten sich vor heimischer Kulisse in einer umkämften Partie durch. Vor 14.200 Zuschauern gewann der Titelverteidiger der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) am Freitagabend mit 4:2 (1:0, 0:1, 3:1) gegen die Kölner Haie.

Für die beiden Brüder hat sich viel verändert im Sommer. Acht Jahre spielten der 21-jährige Daniel und der 24-jährige Alexander gemeinsam in Berlin. Sie hatten mal gesagt, dass sie sich nicht vorstellen könnten, wie es wäre, ohne den anderen in der Mannschaft. Doch für Alexander passte es einfach nicht mehr bei den Eisbären. Er bekam nicht viel Eiszeit, er war unzufrieden, Trainer Don Jackson unzufrieden mit ihm. Also entschied er sich, nach Köln zu gehen. Dort setzt der neue Trainer Uwe Krupp auf junge deutsche Spieler. So wie die Eisbären es einst vorgemacht haben. Nur sind die Plätze bei den Berlinern hart umkämpft, Alexander Weiß konnte sich nicht durchsetzen. Da in Köln die Entwicklung erst am Anfang steht, sind die Voraussetzungen dort besser für den Angreifer. „Ich bin der Meinung, dass er den richtigen Schritt gemacht hat. Er hat es verdient, zu spielen“, sagt Bruder Daniel. Der steht beim EHC zwar selbst nicht so oft auf dem Eis, doch er ist auch noch jünger und hat Zeit, sich hoch zu arbeiten.

Wie gut der Wechsel dem Bruder tat, ließ sich schon an der Spielaufstellung ablesen. In der ersten Reihe war Alexander Weiß dort zu finden. Bei den Eisbären gehörte dies immer zu den ganz seltenen Ausnahmen, bei den Haien ist es nun die Regel für ihn. Und er spielte auch so, wie es die Position verhieß, sogar in Überzahl. Auch in Berlin fiel er auf. Wobei ihm seine intimen Kenntnisse der Eisbären-Spiels durchaus zu Gute kamen. Einige Male erahnte er Passwege. So gelang es ihm, den Puck abzufangen und gefährlich Konter zu initiieren.

Davon gab es in der Mitte der Partie viele. Ganz sicher viel zu viele für den Geschmack von EHC-Trainer Don Jackson. Seine Mannschaft hatte das erste Drittel dominiert. Mit ihrem hohen Tempo gestatteten die Berliner den Gästen nur selten Ausflüge nach vorn. Fast immer waren die Eisbären einen Schritt schneller und hatten so auch viele Chancen. Doch außer Travis James Mulock mit seinem ersten Saisontor traf keiner der Berliner (2.).

Diese Fahrlässigkeiten verlagerten sich auf das gesamte Spiel des EHC, als die Haie etwas entschlossener wurden. Sie gingen härter in die Zweikämpfe, fingen die Pässe mutig ab und standen plötzlich öfter vor dem Tor der Berliner als vor dem eigenen. Kevin Nastiuk bereitete das einige Mühe, doch lediglich den Schuss von Charlie Stephens, abgegeben natürlich nach einem schnellen Gegenstoß, konnte er nicht parieren (24.).

Doch die Eisbären fingen sich wieder, ihr Spiel wurde zielstrebiger. Besonders das von Richie Regehr. Der zeigte, was er am besten kann, nachdem er sich zu Beginn noch auf einen heftigen, aber wenig erfolgreichen Boxkampf eingelassen hatte. In Überzahl hämmerte er den Puck zum 2:1 in den Winkel (48.). Weil es so schön war, tat er selbiges nur sechs Minuten später noch einmal. Da Brett Breitkreutz zwischendurch ausgeglichen hatte (53.), war es das 3:2 – und obendrein der Sieg. Schon der siebte in Folge für den Tabellenzweiten, für den Florian Busch noch das 4:2 erzielte (60.).