EHC Eisbären

Torhüter Kevin Nastiuk - der zweite Mann rückt vor

Eisbären-Torhüter Kevin Nastiuk lieferte bislang die besseren Ergebnisse als der renommierte Rob Zepp. Damit erhöht er den Druck.

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Man könnte einfach die Zahlen sprechen lassen. Null zu fünf und null zu sechs steht auf der einen Seite, drei zu vier nach Verlängerung und vier zu zwei auf der anderen. Es sind die Resultate, mit denen der Eishockeymeister EHC Eisbären seine vier Spiele in der European Trophy beendete. Die ersten beiden mit Rob Zepp, die beiden anderen mit Kevin Nastiuk. Aber natürlich wäre die Bemessung der Leistung der Torhüter allein anhand der Ergebnisse unfair, tragen doch die Vorderleute stets ihren Teil bei. Auffällig ist dennoch, dass Kevin Nastiuk bislang die besseren Auftritte im Tor der Berliner ablieferte. Deshalb darf er auch am Freitag in Dresden gegen TPS Turku spielen, wo die Eisbären ihre Minimalchance auf das Finalturnier wahren wollen (20 Uhr).

Die Situation zwischen den Pfosten stellt sich damit recht interessant da. Schließlich ist Zepp der renommierte Mann, der deutsche Nationaltorhüter, der dreifache Meister in vier Jahren bei den Eisbären. Und Nastiuk ist der Torhüter mit 14 DEL-Spielen in etwas mehr als einer Saison. „Ich hoffe natürlich, dass das etwas anders wird. Ich möchte so viel spielen wie möglich“, sagt der 26-Jährige. Seine Ambitionen bekräftigte er bislang deutlich, wenn er auf dem Eis stand.

Nur sind die Rahmenbedingungen eben schwierig. „Rob hat sehr viel geleistet für den Klub“, gesteht Nastiuk. Trainer Don Jackson etwa weiß, was er an dem 29-jährigen Zepp hat, dass dieser besonders zum Saisonende seine beste Form erreicht. Er konnte sich immer auf Zepp verlassen. Das ist Nastiuk bewusst. Auch, dass er eigentlich über den Status des Ersatzmannes längst hinaus ist. Trotzdem entschied er sich, eine weitere Saison in Berlin zu bleiben. Für manche überraschend.

Nastiuk sieht es pragmatisch. „Ich möchte mich verbessern und wir haben hier einen guten Wettbewerb“, erzählt er. Es gab andere Optionen, aber „ich bin hier mehr als glücklich“. Mit Zepp kommt er gut aus, sie sind Konkurrenten, aber keine Feinde. Sie sitzen in der Kabine nebeneinander. „Unsere Partnerschaft ist gut“, sagt Nastiuk. Er kann von Zepp lernen, ebenso wie von dem Torwarttrainer, der regelmäßig bei den Eisbären ist. Nastiuk schätzt die Arbeit mit Silvain Rodrigue sehr.

Wie der Plan des Trainers für ihn aussieht, weiß Nastiuk nicht. „Ich hatte noch kein Gespräch mit Don“, sagt er. Die Konkurrenzsituation dürfte allerdings deutlich härter werden für Zepp. „Kevin hat sehr viel Talent, ist schnell und zeigt starke Reflexe“, sagt Manager Peter John Lee, gibt aber auch zu bedenken: „Er kann sehr spektakulär halten. Doch er braucht auch das Bewusstsein, dass er dauerhaft so spielen muss.“ Allerdings, und das ahnt auch Lee, dürften zehn Einsätze für Nastiuk in dieser Saison nicht ausreichen, um ihn noch länger hier zu behalten.

Wie es nächste Saison aussieht, dass weiß Lee ohnehin nicht. Beide Torhüter haben nur ein Jahr Vertrag, Zepp kann dann per Option entscheiden, ob er bleiben will oder nicht. Dahinter steckt auch die Hoffnung, sich vielleicht für den NHL zu empfehlen. Zwei Angebote von dort hatte er in diesem Sommer, die Klubs entschieden sich anders. Leicht wird Zepp es diesmal aber auch hier nicht haben.