European Trophy

"Das war peinlich" – Debakel für Eisbären

Drei Spiele, drei Niederlagen: Die European Trophy ist eine der wenigen Möglichkeiten, sich auf internationalem Niveau zu messen. Doch für die Berliner Eisbären ist sie zum Debakel geworden. Kapitän Stefan Ustorf: "Viel schlechter können wir nicht spielen."

Foto: picture-alliance / Gladys Chai v / picture-alliance / Gladys Chai v/Gladys Chai von der Laage

Er wusste selbst, dass für Ausreden und Entschuldigungen einfach nicht die richtige Zeit war. Ein paar Fehler können passieren. Aber so etwas wie das Spiel des EHC Eisbären gegen Red Bull Salzburg nicht. Kollektiv stand der deutsche Eishockey-Meister neben den Schlittschuhen und musste gegen das österreichische Pendant ein übles 0:5 hinnehmen. „Wir haben uns blamiert. Das war peinlich“, sagte Eisbären-Kapitän Stefan Ustorf.

Vor einem Jahr hatten die Eisbären die European Trophy, ein Turnier auf europäischer Ebene, gewonnen. Nach drei Niederlagen in Folge ist Ernüchterung eingekehrt. Zweimal blieb den Berlinern ein eigener Treffer verwehrt, dafür gab es in diesen beiden Spielen elf Gegentore. „Wir haben uns bis jetzt nicht zusammengefunden, da klappt gar nichts“, sagte Ustorf.

Das Schlimme daran ist, dass die Eisbären das Turnier damit irgendwie entwerten. Die Trophy ist der einzige ernsthafte Wettbewerb auf kontinentaler Ebene, doch er findet überwiegend in der Vorbereitungszeit auf die nationalen Ligen statt. Das bringt Schwierigkeiten mit sich, denn die Trophy wird gern als Vorgeplänkel eingestuft. Den propagierten hochwertigen Sport boten die Berliner nicht.

Jetzt müssen sie es nicht mehr. „Um die Finalteilnahme brauchen wir uns nicht zu kümmern“, sagt Ustorf. Einspielen ist nun das vorrangige Ziel, damit der Start in die Deutsche Eishockey-Liga am 16. September nicht in einem ähnlichen Fiasko endet. „Viel schlechter können wir nicht spielen“, erzählte Ustorf, offenbar selbst geschockt von der Vorstellung seiner Mannschaft. „Wir haben nicht hart genug gearbeitet“, konstatierte Trainer Don Jackson, dessen Mannschaft aktuell sogar die schlechteste im Turnier ist – und am Sonntag undankbarer Weise auf die momentan beste trifft, nämlich Slovan Bratislava (17.30 Uhr, O2 World).