Eishockey

Eisbären finden Ersatz für Derrick Walser

Nick Angell soll in der kommenden Saison die EHC-Abwehr verstärken. Der Amerikaner spielte vorher in Frankfurt und Russland. Nach Berlin zog es ihn auch aus persönlichen Gründen.

Manche Geschichten sind schon ein bisschen verrückt. Ein amerikanischer Eishockeyspieler lernt an der Universität von Minnesota eine Deutsche kennen. Die kommt aus Berlin, genauer aus Hohenschönhausen, einem Eishockeystandort. Der EHC Eisbären hat dort seine Heimat. Co-Trainer Hartmut Nickel kennt sogar die Familie der Freundin. Und nun landet dieser Spieler in Berlin.

Bis dahin hat es ganz schön gedauert, Nick Angell und seine Freundin Alexandra kennen sich schon seit zehn Jahren. Aber es ist nicht so, dass EHC-Manager Peter John Lee es nicht schon früher versucht hätte. Bei einem Turnier in Tampere 2006 sah er den Verteidiger zum ersten Mal. „Doch es kam immer was dazwischen, mal bot Frankfurt mehr Geld, mal die Russen“, sagt Lee. Die Lions gibt es nun nicht mehr in der DEL, von Russland, wo er zuletzt mit dem tschechischen Superstar Jaromir Jagr bei Avangard Omsk spielte, hat er auch irgendwie genug gesehen. Deswegen entschied sich der 31-Jährige nun für ein Jahr in Berlin. „Ich habe schon eine ganze Weile überlegt, bevor ich unterschrieben habe. Es gab einige Teams aus Russland, die wollten, dass ich in die KHL zurückkomme“, sagt er. Doch die Erfolge und der Aspekt der heimatlichen Anbindung der Freundin sprachen für den EHC.

Hier soll Angell, der lange in Schweden aktiv war, in der Abwehr eine wichtige Rolle einnehmen und den Abgang von Derrick Walser auffangen. „Nick wird mit seinen läuferischen und offensiven Fähigkeiten gut in unser Team passen. Außerdem ist er Rechtsschütze, das wird uns im Powerplay helfen“, sagt Lee. In der KHL, wo er vor seinem Play-off-Engagenment in Omsk bei Metallurg Nowokusnezk spielte, gelangen ihm neun Tore und zehn Vorlagen. In der DEL sollte das ausbaufähig sein. Eingewöhnungsprobleme in der Stadt jedenfalls dürfte er wegen seines familiären Hintergrunds kaum haben.